ISS - Panne nach Start von Sojus-Rakete Beim Start einer Sojus-Rakete in Baikonur ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Das Problem war vermutlich der Raketenantrieb, die beiden Astronauten mussten notlanden. © Foto: Shamil Zhumatov/Reuters

Beim Start einer russischen Sojus-Trägerrakete mit zwei Astronauten an Bord hat sich ein Zwischenfall ereignet. "Es gab ein Problem mit dem Raketenantrieb", hieß es von der Nasa. Der Amerikaner Nick Hague und der Russe Alexej Owtschinin seien mit ihrem Sojus-Raumschiff nahe der Stadt Dscheskasgan notgelandet, teilten die Raumfahrtbehörden Russlands und der USA mit. Den beiden gehe es gut. 

Such- und Rettungsteams waren zum Landeplatz etwa 450 Kilometer nordöstlich vom Startpunkt Baikonur geeilt und befreiten Hague und Owtschinin aus der Kapsel. Die russische Roskosmos kündigte eine Untersuchungskommission an. Außerdem soll es vorerst keine bemannten Flüge ins Weltall geben. Erst müssten die Gründe für den Unfall geklärt werden, sagte der Vize-Regierungschef Juri Borissow russischen Medienberichten zufolge. "In einer solchen Situation gibt es vorerst keine weiteren Starts, bis die Ursache endgültig geklärt worden ist."  Die Sicherheit der Raumfahrer solle gewährleistet sein.

Die Rakete war pünktlich im Raumfahrtzentrum Baikonur gestartet. Minuten später musste die zweite Stufe aber nach einem Notfall abgeschaltet werden. Die Sojus-Kapsel wurde abgetrennt und ging in eine ballistische Flugbahn über. Sie landete in der Region, in der die Raumschiffe bei der Rückkehr aus dem All niedergehen. Allerdings war der Landewinkel bei der Notlandung spitzer.  

"Gott sei Dank am Leben"

Hague und Owtschinin sollten die Besatzung der Raumstation ISS verstärken. Für Hague wäre es der erste Raumflug gewesen. Owtschinin war bereits sechs Monate an Bord der ISS.   

"Gott sei Dank ist die Besatzung am Leben", sagte der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow. Einen derartigen Fehlstart mit einer mit Personen besetzten Rakete hat es in der russischen Raumfahrt noch nie gegeben, andere Probleme schon.

Derzeit hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst als erster Deutscher und zweiter Europäer überhaupt das Kommando an Bord der ISS. Zur Crew von Gerst, der im Dezember zurückkehrt, gehören die US-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew.

Die USA hatten ihr Spaceshuttle-Programm 2011 eingestellt. US-Astronauten konnten seither nur noch mit russischen Sojus-Raketen zur ISS gelangen. Der Vertrag mit Russland läuft im November 2019 aus. Dann sollen SpaceX und Boeing übernehmen.