Für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Laserphysik geht der Physiknobelpreis in diesem Jahr zu einem Teil an den US-Wissenschaftler Arthur Ashkin. Zum anderen an den Franzosen Gérard Mourou und Donna Strickland aus Kanada. Das teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

UPDATE: Einen ausführlichen Artikel zur Forschung der Männer und der Frau, die sich dieses Jahr den Nobelpreis in Physik teilen, lesen Sie hier.

Viele Anwendungen in Industrie und Lasermedizin basieren auf einer Technologie namens CPA (Chirped Pulse Amplification). Für ihre bahnbrechenden Errungenschaften auf diesem Gebiet werden Mourou und Strickland geehrt. Strickland ist die dritte Frau überhaupt, die einen Physiknobelpreis erhält und die erste seit 55 Jahren. Dank der CPA-Technologie können heute Laser gebaut werden, die Lichtpulse mit sehr hoher Intensität erzeugen. Das bedeutet, diese Geräte arbeiten sehr präzise im Nanobereich. Mit solchen Lasern werden in der Industrie feinste Materialien bearbeitet – in der Medizin können Gewebe, etwa am Auge, damit verändert werden. 

Gérard Mourou forschte in den Neunzigerjahren an der University of Rochester im Staat New York – Donna Strickland schrieb bei ihm ihre Doktorarbeit. 1995 veröffentlichten sie gemeinsam die entscheidende Arbeit zur CPA-Technologie. Heute arbeitet Mourou an der École Polytechnique im französischen Palaiseau und forscht an der University of Michigan in Ann Arbor. Strickland leitet eine Arbeitsgruppe an der University of Waterloo in Kanada.

Arthur Ashkin von den Bell Laboratories in Holmdel, New Jersey, schaffte es, optische Pinzetten mit feinster Lasertechnologie zu entwickeln. Damit lassen sich winzige Objekte fixieren und bewegen – eine Technologie, die für viele Bereiche der Biomedizin essentiell ist. Viren, Bakterien und andere lebende Zellen können damit, ohne sie zu beschädigen, genau untersucht werden. Optische Pinzetten halfen dabei, diese Prozesse in Zellen zu verstehen. "Diese Technologie hat völlig neue Möglichkeiten geschaffen, die Maschinerie des Lebens zu beobachten", gab das Nobelkomitee zur Begründung bekannt. Anders als jede Art mechanischer Pinzette, arbeiten diese mit Licht, weshalb die Objekte dabei nicht berührt werden.

Die Auszeichnung ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 870.000 Euro) dotiert und wird für bahnbrechende Forschungen und nicht für eine Lebensleistung vergeben. Sie kann auf bis zu drei Personen verteilt werden. Im vergangenen Jahr waren der in Berlin geborene Rainer Weiss sowie Kip Thorne und Barry Barish für den Nachweis von Gravitationswellen im All mit dem Preis geehrt worden.

Gestern hatte das Nobelkomitee verkündet, wer den Preis dieses Jahr in der Kategorie Physiologie oder Medizin erhält: Für die Entwicklung einer Immuntherapie gegen Krebs teilen sich James Allison und Tasuku Honjo den Nobelpreis. Sie hatten Eiweißstrukturen entdeckt, die im körpereigenen Abwehrsystem des Menschen verhindern, dass Immunzellen Tumorzellen zerstören. Indem es den Immunologen gelang, diese Inhibitoren auszuschalten, also die "Bremsen zu lösen" und die Abwehrzellen zur Attacke zu animieren, machten sie den Weg frei für Krebsmedikamente, die den Körper zur Selbstheilung gegen Tumore anregen und heute schon angewendet werden.

Überreicht werden die Medaillen traditionell vom schwedischen König. Die feierliche Nobelzeremonie findet im Dezember statt.

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