300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist das Messgerät Mascot auf einem Asteroiden gelandet. Eine japanische Raumsonde warf das deutsch-französische Landegerät aus 51 Metern Höhe über dem Himmelskörper Ryugu ab, dessen Oberfläche es unbeschädigt erreichte. Die Anziehungskraft von Ryugu ist so gering, dass das Gerät langsamer fiel, als ein Fußhänger sich auf der Erde fortbewegt. Mascot-Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme, sagte aus den Betriebsdaten des Landens "konnten wir erkennen, dass er sich von der Raumsonde trennte und nach rund 20 Minuten auf der Asteroidenoberfläche zur Ruhe kam".

Das Landegerät soll nun mindestens 16 Stunden lang Daten über Ryugu sammeln. Der Apparat von der Größe einer Mikrowelle kann sich durch einen Schwungarm hüpfend fortbewegen. Durch die japanische Hayabusa-2-Mission wollen die Wissenschaftler mehr über erdnahe Asteroiden und ihre Beschaffenheit erfahren. Das Gerät kann mit einem Radiometer, einer Kamera, einem Spektrometer und einem Magnetometer die mineralogische und geologische Zusammensetzung der Oberfläche des Asteroiden untersuchen. Zudem soll Mascot die Oberflächentemperatur sowie das Magnetfeld des Asteroiden ermitteln. 

Mit diesen Erkenntnissen könnten Abwehrmöglichkeiten gegen kosmische Brocken entwickelt werden, die sich auf die Erde zu bewegen und hier einschlagen könnten. Außerdem wollen die Forscher den Ursprung des Sonnensystems besser erklären können.  

3,2 Milliarden Kilometer

Ryugu hat einen Durchmesser von nur etwa 900 Metern und nur etwa ein 60.000stel der Erdanziehungskraft.

Mascot war vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen gemeinsam mit der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelt und getestet worden. Mit Mascots Daten wird die Sonde Hayabusa 2 zur Erde zurückfliegen. Sie soll dort Ende 2020 über einer Wüste in Australien eine Kapsel mit den eingesammelten Proben des Asteroiden abwerfen.

Vier Jahre waren Mascot und die Sonde im Weltall unterwegs. Beide legten 3,2 Milliarden Kilometer zurück. Bereits 2010 hatte die japanische Raumsonde Hayabusa, die Vorgängerin der Hayabusa 2, weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht. Dabei war eine Art Fallbeil im Einsatz gewesen, den die Sonde auf den Asteroiden sausen ließ, um damit Staub aufzuwirbeln und einzufangen.