Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt könnte eine Sonde auf der Rückseite des Mondes aufsetzen: Die Landung der chinesischen Sonde Chang'e 4 ist für diesen Donnerstag geplant. Das berichtete der chinesische Fernsehsender CGTN. Die chinesische Raumfahrtbehörde gab bislang keinen offiziellen Landezeitpunkt bekannt. 

Im Jahr 2013 hatte mit Chang'e 3 die erste chinesische Raumsonde den Mond erreicht und einen Rover ausgesetzt. Bisher ist ein solches Roboterfahrzeug aber nie auf der Seite des Mondes gelandet, die der Erde dauerhaft abgewandt ist. Am 7. Dezember hatte eine Trägerrakete die Sonde Chang'e 4 ins All gebracht.

Keine Funkverbindung zur Erde

Der Erfolg der Mission ist allerdings nicht gewiss. Die Schwierigkeiten liegen Beobachtern zufolge vor allem im Landemanöver: Das Gelände auf der Mondrückseite ist weniger flach als auf der der Erde zugewandten Seite. Auch die Kommunikation stellt eine Herausforderung dar: Zur Rückseite des Mondes kann keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden. Dieses Problem versucht China mit einem Übertragungssatelliten, der allein für diesen Zweck in die Umlaufbahn des Mondes geschickt worden ist, zu umgehen. Yu Guobin, ein Sprecher des Raumfahrtprogramms, sagte im chinesischen Staatsfernsehen: "Der gesamte Prozess ist ziemlich kompliziert und es wird viele Risiken geben."

Als Landeplatz ist nach Informationen chinesischer Medien der Aitken-Krater vorgesehen, der nach dem US-amerikanischen Astronomen Robert Grant Aitken benannt ist. Nach der Ankunft von Chang'e 4 soll ein Roboterfahrzeug den Boden und die Strukturen, die den Landepunkt umgeben, untersuchen. Der Rover ist mit einer Panoramakamera und verschiedenen Messgeräten ausgestattet.

Die chinesische Regierung verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm: Bis 2030 soll erstmals ein chinesischer Astronaut oder eine Astronautin auf dem Mond landen. Und schon im kommenden Jahr könnte die Mission Chang'e 5 Mondgestein zur Erde bringen. Chang'e ist in der griechischen Mythologie der Name der Göttin des Mondes.