Die Lebensräume der stark gefährdeten Mopsfledermaus sollen deutschlandweit verbessert werden. Das Bundesumweltministerium teilte mit, dass ein Projekt zum Erhalt der Art starten wird. Ein hoher Anteil ihrer Weltpopulation kommt hierzulande vor. In Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen sowie auf bundeseigenen Flächen sollen künftig Wälder wieder naturnäher bewirtschaftet, alte Bäume gesichert und Kerngebiete nicht länger forstwirtschaftlich genutzt werden. Denn: Die Fledermausart ist auf naturnahe Wälder mit viel Totholz angewiesen.

Ihren Namen verdankt die Mopsfledermaus der mopsartigen Schnauze. In den Fünfzigerjahren bis in die Siebzigerjahre hinein brach der Bestand dramatisch ein, weil Lebensräume verloren gingen. Zudem führte der zunehmende Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zu einem erheblichen Rückgang des Nahrungsangebots für die Mopsfledermaus, die sich von kleinen Insekten ernährt. Sie überlebte in Deutschland und Westeuropa nur in wenigen Gebieten. Auch eine intensive Forstwirtschaft und die Zerschneidung durch Verkehrstrassen, dezimierten den Lebensraum.

Entscheidend für den effektiven Schutz der Mopsfledermaus sei "eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, durch die ihr genügend Quartiere und Insekten als Nahrung zur Verfügung stehen", erklärte Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 5,44 Millionen Euro. Davon stellt das Umweltministerium im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt 4,3 Millionen Euro bereit.