Stämmiger Körper, dürre Spinnenbeine, zerknitterte Goldhaut – das Mondlandefahrzeug der Apollo-11-Mission sah weder elegant noch flugtauglich aus. Es sei der sonderbarste Apparat, den er je im Himmel gesehen habe, sagte das Crewmitglied Michael Collins einmal. Aber dieser knubbelig-plumpe Lander brachte die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 20. Juli 1969 sicher zur Mondoberfläche

Der Lander war also bis ins Detail durchdacht, die Mondlandung seine ultimative Bewährungsprobe. Und er bestand sie mit Auszeichnung. Das lag auch an den visionären Technologien, die Nasa-Ingenieure eigens für Apollo entwickelt hatten. Die Eagle mag bizarr ausgesehen haben, doch sie war ein Wunderwerk der Technik. In ihr steckte beispielsweise der bis dahin kleinste, verlässlichste und schnellste Computer der Welt. Er brauchte keine Lochstreifen mit Informationen, er rechnete fix selbst. Die Maschine kam auf 85.000 Rechenoperationen pro Sekunde. Das mag aus heutiger Sicht wenig scheinen – moderne Smartphones schaffen mehrere Billionen –, doch damals war es eine großartige Leistung. Im Ergebnis empfing der Computer Daten verschiedener Sensoren, steuerte Aldrin und Armstrong so zielsicher aus der Mondumlaufbahn hinab zum Mond und flog sie von dort auch wieder fort.

Eine Originalaufnahme vom 20. Juli 1969 zeigt Astronaut Buzz Aldrin, wie er Messgeräte für Experimente aus dem Stauraum der Eagle holt, um sie auf der Mondoberfläche aufzubauen. © Nasa/​JSC

Während Armstrong und Aldrin mit der Eagle im Mondstaub weilten, umkreiste Pilot Michael Collins im Kommandomodul namens Columbia den Erdtrabanten. Er wartete darauf, sie wieder einzusammeln. Und so hob nach Abschluss des Mondspaziergangs der obere Teil des Landers mit Armstrong und Aldrin an Bord ab. In der Mondumlaufbahn traf sich das abgekoppelte Modul wieder mit der Columbia, um zur Erde zurückzukehren. Die Aufstiegsstufe selbst schaffte es nicht bis dorthin, sie wurde planmäßig noch im Mondorbit abgeworfen. Die untere Hälfte der Eagle mitsamt Plakette verblieb auf dem Mond – wo sie noch heute steht.

Der Adler ist virtuell gelandet. Auf dem Tempelhofer Feld. © ZEIT ONLINE

Wie groß war die erste Landung auf dem Mond für die Wissenschaft? Und müssen Menschen da wieder hin? Reisen Sie mit uns in die Geschichte und Zukunft in unserem Schwerpunkt "Zum Mond und zurück".