Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert Krankenkassen für die Finanzierung von homöopathischen Leistungen. "Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren", sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Rheinischen Post. "Wer homöopathische Mittel haben möchte, soll sie auch bekommen, aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft."

In Deutschland wird immer wieder über die Homöopathie gestritten und darüber, ob die Allgemeinheit die Kosten für eine solche Behandlung tragen muss. Hierzulande ist Homöopathie zwar kein Bestandteil des gesetzlichen Leistungskatalogs der Krankenkassen. Allerdings erstatten viele Kassen ihren Versicherten die Behandlungskosten, weil es eine Nachfrage gibt.

Dabei hat die Homöopathie zwei Hauptprobleme: Erstens zeigen methodisch hochwertige, unabhängige Studien ebenso wie die Gesamtbetrachtung des Forschungsstands, dass ihre Mittel nicht arzneilich wirken. Zweitens ist ihr Ansatz aus naturwissenschaftlicher Sicht höchst unplausibel, weil die betreffenden Arzneimittel oft nicht einmal Wirkstoffe enthalten – oder sehr stark verdünnt.

Im Frankreich will die Regierung voraussichtlich die Erstattung von Homöopathie durch die Krankenkassen streichen. Nach Einschätzung der obersten Gesundheitsbehörde des Landes ist homöopathische Arznei wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt, hatte die Behörde Ende Juni in einer Stellungnahme mitgeteilt. Gassen begrüßte den Vorstoß aus Frankreich.

Auch SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hat sich kürzlich gegen die Kostenerstattung von Homöopathie durch gesetzliche Krankenkassen ausgesprochen. "Wir müssen in der Groko darüber reden", hatte er Anfang Juli dem Tagesspiegel gesagt. Ihm zufolge sollen auch freiwillige Leistungen der Krankenkassen wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sein. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), der über die Pflichtleistungen der gesetzlichen Kassen entscheidet, unterstützt Lauterbach.

Der Glaube an die Heilkraft von Homöopathie beruht auf den Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelten Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann. Noch immer ist es an den Vertretern der Homöopathie, die Wirksamkeit der Methode zu belegen. Das ist seit 200 Jahren nicht gelungen.