Im zweiten Anlauf hat Indien seine Mondmission gestartet. Um 14.43 Ortszeit (11.13 MESZ) startete die Trägerrakete des Orbiters Chandrayaan-2 vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan im Bundesstaat Andhra Pradesh. Vor einer Woche war die Mission knapp eine Stunde vor dem Start wegen eines technischen Problems abgebrochen worden. Medien berichteten unter Berufung auf Vertreter der Indian Space Research Organisation (Isro), es habe ein Leck in einem Heliumtank gegeben.

Der Orbiter Chandrayaan-2 hat ein Landemodul an Bord, das am Südpol des Mondes aufsetzen soll. Ein Rover soll dann auf der Oberfläche des Erdtrabanten unter anderem nach Spuren von Wasser suchen. Indien entwickelte nahezu alle Komponenten der Rakete und ihrer Fracht selbst, die Kosten dafür waren mit umgerechnet rund 124 Millionen Euro im Vergleich zu anderen Mondprogrammen niedrig. Bei Indiens erster Mondmission im Jahr 2008 hatte die Sonde Chandrayaan-1 den Erdtrabanten lediglich umkreist, war aber nicht gelandet.

Auf dem Weltraumbahnhof Satish Dhawan versammelten sich bei leichtem Regen Tausende Schaulustige, um den Raketenstart zu verfolgen. Außer Schülern und Würdenträgern kam auch Staatspräsident Ram Nath Kovind, um den Start der Mondmission zu betrachten. Bei einem Erfolg der Mission wäre Indien das vierte Land nach den USA, Russland und China, dem eine Mondlandung gelingt.

Am Samstag war weltweit an die erste Mondlandung vor 50 Jahren erinnert worden: Am 20. Juli 1969 hatte der US-Astronaut Neil Armstrong im Zuge des Nasa-Programms Apollo 11 als erster Mensch den Mond betreten.

Juli 1969, Millionen Menschen sitzen vor Flimmerkisten und Neil Armstrong hüpft auf den Mond. Wie groß war dieser Schritt für die Wissenschaft? Und müssen Menschen da wieder hin? Reisen Sie mit uns in die Geschichte und Zukunft in unserem Schwerpunkt "Zum Mond und zurück". Dort finden Sie auch einen ausführlichen Bericht über die Chandrayaan-2-Mission.