Elefantenspezialistin Susan Lieberman von der Organisation Wildlife Conservation Society bescheinigt den Ländern im südlichen Afrika gutes Wildmanagement. "Wenn alle afrikanischen Elefanten im südlichen Afrika lebten, hätten wir kein Problem", sagte sie in Genf. "Leider ist das aber nicht der Fall." Deshalb seien auch die 32 weiter nördlich liegenden Länder der Afrikanischen Elefanten-Koalition gegen eine Lockerung der Restriktionen. "Die 32 Länder der Koalition sagen: Wir haben vielleicht eine Chance, unsere Elefanten zu retten, aber nur, wenn der Elfenbeinhandel strikt verboten bleibt."

Tierschützer fürchten, dass Wilderer Lizenzen für Elfenbein fälschen oder sich durch Bestechung besorgen und ihr Material so als legale Ware ausgeben könnten. Wenn Handel erlaubt sei, werde es für Zöllner schwierig, illegales Material zu erkennen. "Und das Signal an Konsumenten wäre fatal: Wenn Elfenbein wieder legal zu kaufen wäre, würde die Nachfrage steigen", sagt Arnulf Köhncke von der Umweltstiftung WWF.

Afrikanische Elefanten sind die größten Säugetiere an Land. Sie können bis zu drei Meter hoch, bis zu 6.000 Kilogramm schwer und rund 70 Jahre alt werden. Nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) gab es 1980 rund 1,3 Millionen Afrikanische Elefanten. In den systematisch untersuchten Gebieten betrug ihre Zahl laut IUCN 2015 noch circa 415.000. Der Deutsche Jagdverband (DJV) verweist darauf, dass die Jagd einen positiven Beitrag zum Einkommen vor Ort oder im Kampf gegen die Wilderei leisten könne. Jäger aus dem Ausland zahlten hohe Summen für Abschusslizenzen. Tierschützer sagen dagegen, das meiste Geld komme den Organisatoren solcher Jagdsafaris zu Gute.