Die Artenschutzkonferenz hat zum Abschluss ihrer Beratungen in Genf ein positives Fazit gezogen. 183 Staaten gehören ihr an. Es sei eine beeindruckende Liste verabschiedet worden, die zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten künftig besser schützen werde.

Dazu gehörten Reptilien, Fische und Baumarten. Aber auch Säugetiere wie die Giraffe, deren Bestand in den vergangenen Jahrzehnten um rund 40 Prozent abgenommen habe, sollen besser geschützt werden. Giraffen werden noch immer als Jagdtrophäen gehandelt. "Die Menschheit muss eine Antwort auf die wachsende Ausrottungskrise finden, indem sie den Umgang mit den Tieren und Pflanzen neu regelt", sagte Ivonne Higuero, Generalsekretärin des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.

Unter anderem wurde auch der Handel mit 18 Hai- und Rochenarten erschwert, etwa mit den Makohaien und Gitarrenrochen. Diese Arten sind wegen ihrer Flossen in Asien begehrt. Sie dürfen nur noch gefischt werden, wenn ihr Überleben dadurch nicht gefährdet ist. Auch einige Aale, Seegurken und Seepferdchen zählen zu den nun besser geschützten Meeresbewohnern. Seegurken etwa gelten als Delikatesse, sie sind jedoch wichtig für das Ökosystem gerade in Zeiten der Klimakrise: Sie können dabei helfen, die Versauerung der Meere aufzuhalten. Auch viele exotische Heimtiere wie Schildkröten, Schlangen oder bestimmte Spinnen dürfen nicht mehr gehandelt werden, wenn sie in der Wildnis eingefangen wurden. Darüber hinaus wird der Handel mit einigen Tropenhölzern nach dem Willen der Konferenz nun reguliert.

Keine Sanktionen gegen illegalen Handel

Die Natur und Umweltschutzorganisation WWF stellte der Konferenz ein eher gemischtes Zeugnis aus. Zwar sei es positiv, dass Meerestiere und weniger bekannte Arten, darunter über 30 Reptilienarten, unter stärkeren Schutz vor Übernutzung gestellt wurden. Zugleich seien aber Chancen vertan worden, weil Handelsbeschränkungen immer nur so gut für den Erhalt bedrohter Arten sorgten, wie die beteiligten Staaten sie umsetzten. Der WWF kritisierte, dass keine schärferen Maßnahmen wie etwa Sanktionen beschlossen wurden. Dabei müsse die Elefantenwilderei stärker bekämpft werden. Und Vietnam etwa sei Drehkreuz für den internationalen Handel mit Wildtierarten.

Deutlich positiver beurteilt die Organisation Pro Wildlife die Ergebnisse. Sie lobte, dass 142 Tierarten und 20 Pflanzenarten besser geschützt würden. Sie begrüßte etwa auch, dass der strenge Schutz von Elefanten und Nashörnern nicht aufgeweicht wurde.  Mehrere Anträge hätte es dazu gegeben. "Der internationale Artenschutz ist mit dieser Konferenz stark aufgewertet worden", sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife. Die nächste Artenschutzkonferenz findet 2022 in Costa Rica statt.