Chandrayaan-2 - Indien verliert beim Landeanflug Kontakt zu Mondsonde Die Mission Chandrayaan-2 sollte Indien zur Mondlandenation machen. Doch kurz vor der geplanten Landung brach der Kontakt zur indischen Mondsonde "Vikram" ab. © Foto: Tumpa Mondal/​dpa

Die indische Raumfahrtbehörde hat nach eigenen Angaben kurz vor ihrer ersten geplanten Mondlandung die Kommunikationsverbindung zu ihrem Lander Vikram verloren. Die Annäherung an den Mond sei bis auf 2,1 Kilometer über der Oberfläche normal gewesen, sagte der Chef der indischen Raumfahrtbehörde Isro, Kailasavadivoo Sivan. Anschließend sei der Kontakt abgerissen. Die Daten würden nun ausgewertet.

Für Indien ist es die zweite Mission zum Mond. Die erste Mondsonde Chandrayaan-1 war 2008 gestartet und hatte den Mond umkreist, ohne auf ihm zu landen. Mit einer erfolgreichen, kontrollierten Landung auf dem Mond wäre Indien das vierte Land gewesen, dem so etwas gelungen ist – nach den USA, der Sowjetunion und China. Im Frühjahr stürzte eine israelische Sonde beim Landeversuch auf dem Mond nach einem technischen Fehler ab.

Der indische Premierminister Narendra Modi äußerte sich zu der versuchten Mondlandung und sagte zu den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: "Indien ist stolz auf euch. Ihr habt euer Bestes gegeben." Ob Vikram auf der Mondoberfläche zerschellt ist, gaben die Wissenschaftler zunächst nicht bekannt.

Die Landung am Südpol des Erdtrabanten war der schwierigste Teil der unbemannten Mission Chandrayaan-2, wie der Chef der indischen Raumfahrtbehörde sagte. Chandrayaan bedeutet auf Sanskrit "Mondfahrzeug". Ziel der 142 Millionen Dollar teuren Mission war es, die Oberfläche der Südpolregion zu kartieren, den Boden zu analysieren und Wasser zu suchen. In der Region war Anfang 2019 die chinesische Sonde Chang'e 4 gelandet.

Einen Orbiter hat die indische Mondmission aber erfolgreich ins All gebracht, die Sonde fliegt nun um den Mond und sendet Bilder an die Erde.