Exoplanet - Forschende entdecken Wasser auf Planeten Der Planet K2-18b ist durch seine Temperatur und mit Wasser potenziell bewohnbar. Bereist werden kann er nicht, da er mehr als 100 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. © Foto: M. Kornmesser

Zum ersten Mal haben Astronomen Wasserdampf in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen. Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachmagazin Nature Astronomy (Nature Astronomy: Tsiaras et al., 2019) veröffentlicht wurde. Die sogenannte Supererde K2-18b kreist um einen Zwergstern im Sternbild Löwe, etwa 110 Lichtjahre von der Erde entfernt. Exoplaneten liegen weit außerhalb unseres Sonnensystems und sind für Menschen nicht zu erreichen.

Der Exoplanet wurde 2015 vom US-Weltraumteleskop Kepler entdeckt. Der Nachweis von Wasser sei mithilfe des Hubble-Teleskops geglückt, teilten die Forscher mit. K2-18b besteht wahrscheinlich aus Silikaten wie die Erde, Mars und Venus sowie aus Eis.

Der Exoplanet ist in der richtigen Entfernung von seiner Sonne, sodass sich dort Leben gebildet haben könnte. Sind solche Planeten zu weit weg von ihrer Sonne, ist es dort zu kalt, sind sie zu nahe, wird es an der Oberfläche zu heiß, wodurch kein Leben möglich wäre. Als "bewohnbar" gilt ein Exoplanet, wenn auf ihm die richtigen Bedingungen herrschen, damit sich Leben wie auf der Erde bildet: Organismen, die vor allem aus Kohlenstoff und Wasser bestehen und die die Energie ihrer Sonne mittels Photosynthese nutzen.

"Ist die Erde einzigartig?"

Der Fund bedeutet demnach nicht, dass es tatsächlich Leben auf dem entfernten Exoplaneten K2-18b gibt. "Wir können nicht daraus schließen, dass sich flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Exoplaneten befindet, aber ich denke, dass dies sehr gut möglich ist", sagte die Mitautorin Giovanna Tinetti. Zudem herrsche auf dem Planeten eine Temperatur, die jener der Erde sehr ähnlich sei.

Den Wissenschaftlern zufolge ist noch nie ein Exoplanet entdeckt worden, der beide Voraussetzungen für potenzielles Leben erfüllt: also die richtige Temperatur und Wasser. Allerdings warnten sie davor, vorschnell von einer zweiten Erde zu sprechen. Der Exoplanet ist zweimal so groß wie die Erde und hat die achtfache Masse. Der Stern, den er umkreist, ist auch nicht mit unserer Sonne vergleichbar.

Zudem sei unklar, ob das entdeckte Wasser tatsächlich auf der Oberfläche fließe, hieß es von den Autoren. "Wasser in einer möglicherweise bewohnbaren Welt zu finden, bei der es sich nicht um die Erde handelt, ist unglaublich aufregend", sagte ein Mitautor der Studie, Angelos Tsiaras, vom University College in London. "Es führt uns näher zur Antwort auf die grundlegende Frage: Ist die Erde einzigartig?".