Sigmund Jähn - Deutschlands erster Raumfahrer ist tot Sigmund Jähn war 1978 an Bord einer sowjetischen Raumkapsel ins All geflogen. Der DDR-Kosmonaut starb im Alter von 82 Jahren. © Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, ist tot. Der DDR-Kosmonaut starb am Samstag im Alter von 82 Jahren, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte. "Mit Sigmund Jähn verliert die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur", sagte die Vorstandsvorsitzende des DLR, Pascale Ehrenfreund. Er habe sich als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden. "Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen."

Jähn flog am 26. August 1978 für die damalige DDR ins All und umrundete an Bord einer sowjetischen Raumstation mehrmals die Erde. Gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (1934-2019) war er 7 Tage, 20 Stunden und 49 Minuten im All.

Der Kosmonaut war in der DDR ein Volksheld. Trotz seines Ruhmes blieb er bescheiden und wurde deshalb besonders verehrt. Der 1937 geborene Sachse Jähn war Oberstleutnant der DDR-Armee NVA. Nach der Ausbildung zum Jagdflieger bei den Luftstreitkräften der NVA bereitete er sich von 1976 an in der Sowjetunion mit einem harten Training auf seinen Flug ins All vor.

Nach der Wende wurde Jähn arbeitslos. Später kam er beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter und bildete europäische Astronautinnen und Astronauten aus. Jähn, der verheiratet war und zwei Töchter hatte, lebte in Strausberg bei Berlin.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sprach Jähns Witwe und den Angehörigen sein Mitgefühl aus. "Ein wirklicher Held und doch ein so bescheidener Mensch", teilte er mit. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nannte Jähn einen echten Pionier. Er habe Millionen junger Menschen inspiriert, über sich hinauszuwachsen und neugierig zu sein. "Ganz Deutschland trauert heute um seinen ersten Mann im All", schrieb Ziemiak.

Auch Wegbegleiter Jähns aus der Raumfahrt drückten ihre Trauer aus. "Die Nachricht vom Tode Sigmund Jähns hat mich tief berührt", sagte Jan Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation. "Wann immer wir uns getroffen haben, war es sehr persönlich, eine Freundschaft war entstanden, die nicht nur die Raumfahrt und seine unermüdliche Unterstützung der europäischen Astronauten betraf."