Chemienobelpreis - Auszeichnung für die Erfindung von Lithium-Ionen-Akkus Den Chemienobelpreis 2019 erhalten John B. Goodenough, Stanley Wittingham und Akira Yoshino. Der 1922 in Jena geborene Goodenough ist der bislang älteste Nobelpreisträger. © Foto: Naina Helen Jama

Die Königlich Schwedische Wissenschaftsakademie hat die diesjährigen Chemienobelpreisträger bekannt gegeben. John B. Goodenough, M. Stanley Whittingham und Akira Yoshino werden für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien ausgezeichnet.

Lithium-Ionen-Batterien könnten große Mengen an Solar- und Windenergie speichern und machten so eine Welt frei von fossilen Kraftstoffen möglich, begründete die Jury die Entscheidung. "Lithium-Ionen-Batterien haben unser Leben revolutioniert, seit sie 1991 auf den Markt kamen", hieß es. "Sie haben die Grundlage gelegt für eine drahtlose, von fossilen Brennstoffen freie Gesellschaft und sind für die Menschheit von größtem Nutzen." 

machen so eine Welt frei von fossilen Kraftstoffen möglich, wie es weiter hieß. Der 1922 in Jena geborene Goodenough sei der älteste Nobelpreisträger überhaupt. Der Nobelpreis ist in diesem Jahr mit 830.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 10. Dezember statt.

Lithium ist während der ersten Minuten des Urknalls entstanden. Die Menschheit jedoch wurde darauf erst im Jahr 1817 aufmerksam, als die schwedischen Chemiker Johan August Arfwedson und Jöns Jacob Berzelius es isolierten. Berzelius benannte das neue Element nach dem griechischen Wort für Stein, lithos. Dabei ist Lithium ein Leichtmetall und besitzt die geringste Dichte der unter normalen Bedingungen festen Elemente – weshalb Menschen kaum spüren, dass sie es in ihren Smartphones mit sich tragen.

Die Schwäche von Lithium – seine Reaktivität – ist zugleich seine Stärke. In den frühen Siebzigerjahren entwickelte Stanley Whittingham die erste funktionsfähige Lithiumbatterie. Er nutzte dazu das große Verlangen des Elements, sein äußeres Elektron abzustoßen. 1980 verdoppelte John Goodenough das Potenzial der Batterie, indem er die Bedingungen der Technologie nur ein wenig änderte. Noch einmal fünf Jahre später gelang es dann Akira Yoshino die Batterien marktreif zu machen, weil er nicht mehr allein reines Lithium nutzte, sondern auf Lithium-Ionen setzte.

Nobelpreise für Medizin und Physik bereits vergeben

Der Chemienobelpreis wird seit 1901 vergeben. Im vergangenen Jahr waren die US-Biochemikerin Frances Arnold sowie die beiden Molekularbiologen George Smith und Gregory Winterer ausgezeichnet worden, die mit den Prinzipien der Evolution neuartige Proteine unter anderem für Biokraftstoffe und Medikamente entwickelt hatten.

Sehen Sie im Video noch einmal die Bekanntgabe der diesjährigen Chemienobelpreisträger:

Bereits am Montag wurde der Medizinpreis an drei Forscher aus den USA und Großbritannien für ihre Erkenntnisse zur Sauerstoffversorgung von Zellen vergeben (einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie hier). Der Physiknobelpreis am Dienstag wurde drei Erforschern des Universums aus der Schweiz und Kanada zuerkannt. Am Donnerstag folgt der Literaturnobelpreis, der ausnahmsweise zweimal vergeben wird. Am Freitag wird der Friedensnobelpreis und am Montag der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen.


Um den Physiknobelpreis zu bekommen, muss man zunächst offiziell vorgeschlagen werden. Das Recht dazu haben unter anderem Mitglieder der Schwedischen Akademie der Wissenschaften, frühere Physiknobelpreisträgerinnen und -träger sowie Angehörige des Nobelkomitees. Diese Nominierungen müssen bis Ende Januar in Stockholm eingehen. Bis zum September trifft das Komitee dann eine Vorauswahl, aus der schließlich die Mitglieder der Akademie den oder die Preisträger oder Preisträgerinnen auswählen.

Die komplette Berichterstattung über die Nobelpreise 2019 finden Sie auf dieser Seite.