Nobelpreis für Medizin - Auszeichnung für Forschung gegen Blutarmut Den Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die Forscher William Kaelin, Gregg Semenza und Peter Ratcliffe. Sie erhalten ein Preisgeld von umgerechnet 830.000 Euro. © Foto: Zheng Huansong

Den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin teilen sich in diesem Jahr drei Forscher. William Kaelin Jr. vom Cancer Institute Boston, Sir Peter Ratcliffe von der Oxford University und Gregg Semenza von der Johns Hopkins University Baltimore wurden ausgezeichnet, weil sie molekulare Mechanismen entdeckt haben, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen.

Der Körper braucht Sauerstoff, um Nahrung in brauchbare Energie umzuwandeln. Das ist seit Jahrhunderten bekannt. Doch wie Zellen auf Veränderungen des Sauerstofflevels reagieren, wusste lange niemand – bis die drei Wissenschaftler es erforschten.

Kaelin, Ratcliffe und Semenza haben nicht nur herausgefunden, wie Zellen feststellen, ob mehr oder weniger Sauerstoff verfügbar ist, sondern auch, wie sie mit der Veränderung umgehen. Die drei Forscher haben die molekulare Maschinerie entdeckt und beschrieben, die die Aktivität von Genen beeinflusst. Damit haben sie es ermöglicht, vielversprechende neue Strategien zu entwickeln, um Krebs, Blutarmut und andere Krankheiten zu behandeln.

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 830.000 Euro (neun Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Seit 1901 erhielten 216 Wissenschaftler den Medizinnobelpreis, darunter zwölf Frauen. Den ersten bekam der deutsche Bakteriologe Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie. Im vergangenen Jahr hatten der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo den Preis für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs erhalten.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises verkündet. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Literatur-Nobelpreisträger. In diesem Jahr werden ausnahmsweise zwei Autoren geehrt, da der Preis 2018 nach einem Skandal im Jurygremium nicht vergeben wurde. 

Am Dienstag, den 8. Oktober, wird frühestens ab 11.45 Uhr bekannt geben, wer den Nobelpreis in Physik bekommt. Auch das können Sie auf ZEIT ONLINE live verfolgen. Die komplette Berichterstattung finden Sie auf dieser Seite.