Die Königlich Schwedische Wissenschaftsakademie hat die diesjährigen Nobelpreisträger in Physik bekannt gegeben. Der amerikanisch-kanadische Astronom James Peebles wird für theoretische kosmologische Entdeckungen ausgezeichnet, die andere Hälfte des Preises teilen sich Michel Mayor und Didier Queloz aus der Schweiz für die Entdeckung eines Exoplaneten, der um einen sonnenartigen Stern kreist. 

Peebles Arbeiten gehören zur theoretischen Physik. Sie lieferten die Grundlage für unser Verständnis der Geschichte des Universums vom Urknall bis heute, hieß es. Der 84-Jährige wurde in Kanada geboren und forschte an der renommierten Princeton University, wo er seine ganze Karriere über blieb und heute emeritierter Professor ist. Hier hat er die Albert-Einstein-Professur inne. 

Physiknobelpreis - Ehrung für Forschung zum Ursprung des Universums Den Physiknobelpreis 2019 erhalten drei Astronomen. Ausgezeichnet wird die Arbeit des Kanadiers James Peebles und die der Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz. © Foto: JONATHAN NACKSTRAND/getty images

Michel Mayor und Didier Queloz hatten 1995 den ersten Exoplaneten entdeckt, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist. Die Entdeckung solcher Himmelskörper war damals eine wissenschaftliche Sensation. Inzwischen wurden mehr als 4.100 Exoplaneten nachgewiesen, überwiegend Gasriesen. Im Gegensatz dazu werden terrestrische Exoplaneten oft als Supererden bezeichnet.

Seither wurden mehr als 2.000 solcher Planeten entdeckt. Ihre Existenz wirft die Frage auf, ob es nicht nur auf der Erde, sondern auch anderswo im Universum Leben gibt. Der heute 77-jährige Mayor und der 53-jährige Queloz forschen an der Universität in Genf.

Ausführliche Informationen zur Forschung hat das Nobelpreiskomitee hier zusammengestellt.

Während der Pressekonferenz war James Peebles per Telefon zugeschaltet. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass es im Universum anderes Leben geben könnte, antwortete er: "Es ist nur eine Vermutung, aber ich sehe es als wahrscheinlich an. Nur ist es ironischerweise so, dass die Menschen zwar diesen großen Wunsch haben, dass es da draußen anderes Leben geben könnte – sie werden es aber vermutlich nie wissen, weil es dafür zu viele Grenzen gibt."

Die höchste Auszeichnung für Physikerinnen und Phyiker ist insgesamt mit umgerechnet etwa 830.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die diesjährige Auszeichnung geht zu jeweils einer Hälfte in die USA und in die Schweiz.

Der Physiknobelpreis wird seit 1901 vergeben. Als Erster erhielt der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen die Auszeichnung für die Entdeckung der "X-Strahlen". Sie wurden erst später nach ihm benannt. Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis an die Laserphysiker Arthur Ashkin aus den USA, Gérard Mourou aus Frankreich sowie Donna Strickland aus Kanada. Das Forscherteam hatte präzise Werkzeuge aus Licht entwickelt. 2017 wurden ebenfalls drei Wissenschaftler geehrt: Die US-Forscher Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne erhielten die Auszeichnung für den direkten Nachweis von Gravitationswellen. Albert Einstein hatte das Phänomen bereits vorhergesagt. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben 209 Forscher den Physiknobelpreis erhalten, darunter drei Frauen. Der US-Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal.

Um den Physiknobelpreis zu bekommen, muss man zunächst offiziell vorgeschlagen werden. Das Recht dazu haben unter anderem Mitglieder der Schwedischen Akademie der Wissenschaften, frühere Physiknobelpreisträgerinnen und -träger sowie Angehörige des Nobelkomitees. Diese Nominierungen müssen bis Ende Januar in Stockholm eingehen. Bis zum September trifft das Komitee dann eine Vorauswahl, aus der schließlich die Mitglieder der Akademie den oder die Preisträger oder Preisträgerinnen auswählen.

Am Mittwoch, den 9. Oktober, wird frühestens ab 11.45 Uhr bekannt geben, wer den Nobelpreis in Chemie bekommt. Auch das können Sie auf ZEIT ONLINE live verfolgen. Die komplette Berichterstattung finden Sie auf dieser Seite.