Seit die Welt gegen einen unsichtbaren Feind kämpft, seit Intensivstationen an ihre Grenzen stoßen, Volkswirtschaften einbrechen und Hunderttausende ihre Arbeit verlieren, seitdem gibt es eine Hoffnung: Wenn endlich ein Impfstoff da ist, könnte er der Anfang vom Ende der Pandemie sein. Schon im Winter könnten die ersten Impfungen auf den Markt kommen.
Was aber, wenn es dann nicht vorbei ist? Wenn es zwar einen Impfstoff gibt, aber zu wenige Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen?
Am kommenden Samstag wollen erneut Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Politik der Regierung demonstrieren. Wie schon Anfang August haben sich AfD-Anhänger und Esoteriker angekündigt, Friedensbewegte und Rechtsnationale. Der Berliner Senat hatte die Demonstration zwischenzeitlich verboten, wobei noch nicht ganz klar ist, ob es nicht dennoch zu Protesten kommen wird. (Anm. der Redaktion: Mittlerweile hat das Berliner Verwaltungsgericht das Verbot der Demo unter Auflagen gekippt.) Viele der Demonstranten denken fundamental anders über einen Corona-Impfstoff als jene, die auf ihn hoffen. In ihren Augen ist die Impfung keine Rettung, sondern eine Gefahr. Auf der Demonstration Anfang August war auf Flyern zu lesen: "Die Corona-Impfung verändert euer Erbgut!" (siehe Infobox am Ende des Artikels). Vom Lautsprecherwagen forderte eine Rednerin, eigene Kitas zu gründen – nur für Kinder, die nicht geimpft wurden.