Die Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus: Erstmals erreichte die bereits in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesene Tierseuche nun Baden-Württemberg. Im Landkreis Emmendingen wurde sie in einem Betrieb festgestellt, der zuletzt 35 Tiere in Freilandhaltung hielt, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Innerhalb von nur fünf Tagen seien auf dem Hof in Forchheim bis zum Mittwoch 16 der 35 Hausschweine verendet.

Das Nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, habe den Befund des baden-württembergischen Landeslabors bestätigt. Alle noch in dem Bestand vorhandenen Tiere seien umgehend getötet und sachgerecht beseitigt worden. Die Behörden hätten Schutzmaßnahmen eingeleitet und eine Schutz- und Überwachungszone um den Betrieb festgelegt.

"Es war eine Frage der Zeit, wann die Schweinepest auch Baden-Württemberg erreicht", sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart. Die Landesregierung habe sich in den vergangenen Jahren intensiv auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet, notwendige Maßnahmen vor Ort seien eingeleitet worden. "Bisher liegen keine Erkenntnisse vor, dass das Ausbruchsgeschehen auf Wildschweine übergegangen ist."

Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wildschweine und Hausschweine, betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Für den Menschen oder für andere Tierarten gilt die Krankheit als ungefährlich. Zunächst hatte sie sich in Osteuropa verbreitet. Im September 2020 wurde ein erster Fall bei einem Wildschwein in Brandenburg bestätigt. Mitte Juli vergangenen Jahres wurde die Tierseuche erstmals in einem deutschen Mastbetrieb registriert.