"Die US-Armee wollte nicht, dass ich tauche, sie wollten zwei Amerikaner hinunter schicken", erinnert sich Piccard 2007 in der Neuen Zürcher Zeitung . Aber sein Vertrag gibt ihm das Recht, bei jedem besonderen Tauchgang dabei zu sein.

Dieser besondere Tauchgang beginnt am 23. Januar 1960 um 8.23 Uhr Ortszeit am Marianengraben, einer Tiefseerinne im Westpazifik. An der allertiefsten Stelle, der Witjastiefe 1, ist er 11.034 Meter tief. Viereinhalb Stunden lang sinkt die Trieste .

Angst habe er nicht gehabt, sagt Piccard: Der gefährlichste Moment für einen Tiefseeforscher sei die Autofahrt zwischen Büro und U-Boot. "Es gab nur eine einzige Sache, die mir Sorgen machte: Es gab mehrere Kriegsschiffe, die in der Region gesunken waren. Ich wollte auf keinen Fall auf einem Wrack landen. Das U-Boot hätte sich an einer alten Kanone oder an einem Geschützturm verhaken können."

Doch an der Stelle, die seit dem Tauchgang Trieste-Tief heißt, liegt kein Wrack. Als das Boot knapp über dem Meeresboden stoppt, zeigt der Tiefenmesser 11.521 Meter. Das Gerät wurde im Süßwasser kalibriert; spätere Sondierungen geben die Tiefe mit 10.916 Metern an, 1995 wird die Stelle mit 10.911 Metern gemessen. Und doch gibt es Leben hier unten: Ein Plattfisch schwimmt durch das Scheinwerferlicht des Tauchbootes – sagt Piccard. Er hat keine Kamera dabei, Ozeanographen bezweifeln seine Beobachtung.
 

Plötzlich entdeckt Piccard Sprünge im Plexiglas-Fenster. Er bricht die Tauchfahrt ab, nach nur 20 Minuten am Boden des Meeres. Die Trieste wirft Ballast ab, beginnt zu steigen. Dreieinhalb Stunden später erreicht sie die Wasseroberfläche. Zähneklappernd wegen der Kälte steigen die Insassen aus. "Jetzt können wir im Meer überall hin", kommentiert Piccard später.

Der Rekord wird nie gebrochen. Nachdem die USA den Wettlauf gewonnen haben, investiert niemand mehr in Tauchboote für so große Tiefen. 98 Prozent der Ozeane sind nicht tiefer als 6000 Meter, sagt Piccard: "Es ist wichtiger, ein paar U-Boote für 6000 Meter zu haben, als eines, das noch tiefer taucht."

Piccard entwirft auch sie. Das erste Touristen-U-Boot Auguste Piccard für die Expo 1964 in Lausanne. Die Ben Franklin , mit der er sich 1969 einen Monat lang im Golfstrom treiben lässt. Die F. A. Forel , um Schweizer Seen zu erforschen. Piccard nutzt seinen Ruhm auch, um für den Schutz des Lebens in Meeren und Seen zu werben.

Am 1. November 2008 stirbt Jacques Piccard mit 86 Jahren in seinem Haus am Genfer See. Sein Sohn Bertrand umrundet 1999 als Erster nonstop im Ballon die Erde. Das Familienvirus lebt.