Nachdem die Stadt Berlin den Widerstand gegen die Alliierten aufgegeben hatte, folgte am 8. Mai 1945, vor 65 Jahren, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht . In der Nacht zum 9. Mai, kurz nach null Uhr, ratifizierten hochrangige deutsche Militärs schließlich die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachtsteile. Damit war der zweite Weltkrieg in Europa beendet. Er hatte Millionen Menschen das Leben gekostet. 

Am Freitag rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anlässlich des 65. Jahrestages des Kriegsendes zum gemeinsamen Kampf gegen Fremdenhass auf. Antisemitismus schon im Ansatz zu bekämpfen, sei ein gesamtgesellschaftliches Thema, auch wenn die übergroße Mehrheit der Menschen nicht antisemitisch denke, sagte Merkel in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Zugleich warnte sie vor Vergleichen mit den NS-Verbrechen: "Ich denke, jede Form der Gleichsetzung eines Themas mit dem singulären und unvergleichbaren Tatbeständen des Holocausts ist nicht statthaft." Sie ziehe solche Vergleiche nicht.

Bundeskanzlerin Merkel wird auch zu den Gedenkfeiern in Moskau erwartet, wo das Ende des Krieges erst am Sonntag mit der traditionellen Siegesparade des russischen Militär begangen wird. Der russische Präsident Medwedjew warnte anlässlich des Datums vor einer Idealisierung der 1991 zerbrochenen Sowjetunion. "Die Sowjetunion war ein sehr kompliziertes Gebilde, und man kann das Regime nicht anders als totalitär nennen", sagte der Kremlchef. Medwedjew sprach sich auch für eine völlige Öffnung der Archive über den Zweiten Weltkrieg aus. "Es ist höchste Zeit dafür."

In Deutschland erinnerte auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) mit einer kurzen Ansprache im Parlament an die deutsche Verantwortung für Tod, Verwüstung und Vertreibung: "Wir gedenken heute der Millionen Opfer dieses Krieges. Wir gedenken aller, die ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Angehörigen, ihre Heimat verloren haben."