Der Erfinder der ersten kabellosen Fernbedienung für Fernseher ist tot. Eugene Polley starb am Sonntag im Alter von 96 Jahren eines natürlichen Todes, wie sein früherer Arbeitgeber, die Firma Zenith Electronics, mitteilte . Für das Unternehmen entwickelte Polley 1955 die Fernbedienung Flash-Matic , die mithilfe eines Lichtstrahls den Fernseher ein- und ausschalten sowie zwischen den Kanälen wechseln konnte.

Das Gerät funktionierte mit vier Fotozellen, die an jeder Ecke des Fernsehers angebracht waren. "Ein Schein magischen Lichts aus der anderen Ecke des Raumes schaltet den Fernseher ein, aus oder ändert die Kanäle – und Sie bleiben bequem in ihrem Sessel sitzen", warb die Zenith Radio Corporation damals für die Neuerung. 

An sonnigen Tagen war das System jedoch störungsanfällig, und so wurde die Fernbedienung 1960 durch das mit Ultraschall funktionierende Gerät Zenith Space Command ersetzt. Mit dessen Erfinder Robert Adler teilte sich Polley den Medienpreis Emmy, der den beiden 1997 für ihre Pionierleistung verliehen wurde.

Pionier der Unterhaltungselektronik

Polley wurde 1915 in Chicago geboren und fing 1935 bei Zenith zunächst als Lagerarbeiter an. Später ließ er sich dort zum Ingenieur ausbilden. Während des Zweiten Weltkriegs wirkte er bei Zenith auch an der Entwicklung von Radarsystemen für die US-Armee mit.

Insgesamt meldete Polley in seinen 47 Berufsjahren 18 US-Patente an. Er arbeitete an Autoradios genauso mit wie an der Video-Disk, dem Vorläufer von DVD und Blu-ray. Noch heute finden sich seine Ideen in vielen Geräten der Unterhaltungselektronik wieder.