Der letzte Überlebende des Bunkers der Reichskanzlei aus der Zeit des Nationalsozialismus ist tot. Rochus Misch, der als Leibwächter und Telefonist Teil der Leibstandarte Adolf Hitler war, starb im Alter von 96 Jahren in Berlin. Er war der letzte Zeuge, der die Leichen Hitlers und dessen Frau Eva Braun nach deren Selbstmord 1945 gesehen hatte. 

Misch habe sich nicht mehr von einem Schlaganfall erholt, sagte der Koautor seiner Autobiografie, Burkhard Nachtigall. "Kommunikation war mit ihm zuletzt schlecht möglich."

Der gebürtige Oberschlesier war erst bei der SS und dann Angehöriger des sogenannten Führerbegleitkommandos im Hauptquartier Hitlers. Nach Angaben der Zeitung Die Welt waren diese fünf Jahre für ihn die schönste Zeit seines Lebens. Bis zuletzt habe er von Hitler immer als "Chef" gesprochen. 

Misch war der wohl letzte lebende Zeuge von Hitlers Ende in seinem Berliner Hauptquartier. Eigenen Angaben zufolge sah er die Leiche des Diktators, direkt nachdem sich Hitler zusammen mit Eva Braun das Leben genommen hatte. Hitler hatte Eva Braun tags zuvor im Bunker geheiratet.

Buch über sein Leben mit Hitler

Misch arbeitete auch als Telefonist, bevor er am 2. Mai 1945 aus dem Bunker in Richtung Friedrichstraße flüchtete. Über sein Leben an Hitlers Seite veröffentlichte er im Jahr 2009 das Buch Der letzte Zeuge.

Der 1917 geborene Misch war nach eigenen Angaben nie Mitglied in der NSDAP. Nach der Musterung wurde er für die SS-Leibstandarte Adolf Hitler ausgewählt. Ab 1940 arbeitet er bis Kriegsende als Leibwächter und Telefonist des Diktators. Nach Hitlers Tod geriet er für neun Jahre in russische Kriegsgefangenschaft.