Zeitungsleser im Lafayette Park in Washington am 25. November 1963

Die Mafia-Theorie

Täter: Ein unbekannter zweiter Schütze und/oder Oswald

Motiv: Der US-Ableger der sizilianischen Cosa Nostra soll sauer gewesen sein auf die Kennedys, weil Justizminister Robert Kennedy sie trotz ihrer Unterstützung im Präsidentenwahlkampf stark unter Druck setzte. Unter anderem ging er gegen den Gewerkschaftsboss Jimmy Hoffa vor, der Mafiosi finanziell unterstützte.

Was dafür spricht: Der Mafioso Sam "Momo" Giancana spendete für Kennedys Vorwahlkampf, er soll unter anderem über den Sänger Frank Sinatra Kontakt zu Kennedy gehalten und sich sogar eine Geliebte mit ihm geteilt haben. Er wurde 1975 erschossen, kurz bevor er vor einem Senatsausschuss zum Kennedy-Mord aussagen sollte. Der Nachtclubbesitzer Ruby, der Oswald wenige Tage nach dem Attentat erschoss, hatte Kontakte zu dem Mafioso Santo Trafficante und nach Kuba.

Was dagegen spricht: Eigentlich hätte es angesichts der Motivlage Robert Kennedy erwischen müssen, den Justizminister und Bruder des Präsidenten. Trafficante soll denn auch gesagt haben, der Pate von New Orleans, Carlos Marcello, "hat es vermasselt. Wir hätten nicht Giovanni umbringen sollen. Wir hätten Bobby umbringen sollen". Robert Kennedy wurde am 6. Juni 1968 ermordet. Es gibt Zweifel, ob der für den Mord verurteilte Palästinenser Sirhan Sirhan allein handelte.

Wahrscheinlichkeit: Kennedy, Oswald, Ruby – es führen viele Fäden zur Mafia, vielleicht zu viele.