Hans-Ulrich Wehler ist tot. Der bedeutende Historiker starb am Samstag im Alter von 82 Jahren in Bielefeld. Wehler gilt als einer der wichtigsten deutschen Historiker. Er war Professor in Bielefeld und ein Hauptvertreter der kritischen Sozialgeschichte ("Bielefelder Schule"). Seine fünfbändige Deutsche Gesellschaftsgeschichte ist ein Standardwerk der deutschen Geschichtsschreibung. 

Als Intellektueller und Geisteswissenschaftler nahm Wehler an zahlreichen öffentlich geführten Debatten und Kontroversen teil, etwa am Historikerstreit der 1980er Jahre, bei dem er seinem Jugendfreund, dem Philosophen Jürgen Habermas, die Stichworte lieferte.

Auch zu aktuellen Themen äußerte er sich immer wieder, verlangte mehr Integration von Einwanderern, kritisierte große Einkommensunterschiede in Deutschland und forderte einen Mindestlohn.

Wehler lehrte von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 in Bielefeld. Dort baute er in den frühen 70ern die Geschichtsfakultät an der neugegründeten Universität mit auf. Wehler hatte außerdem Gastprofessuren an den US-Universitäten Harvard, Princeton und Stanford inne.