Waren die Gräueltaten an den Armeniern ein Völkermord? Mehr als 100 Jahre nach den Massakern ist sich die absolute Mehrheit der Historiker einig: Ja. 1,5 Millionen Armenier starben während des Ersten Weltkriegs im Osmanischen Reich. Die Regierung hat Hunderttausende verschleppt und auf Todesmärsche geschickt. Die Verfolgung begann mit der Festnahme Hunderter Intellektueller am 24. April 1915. Was genau geschah, erzählt die Kartengeschichte.

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Völkermord an den Armeniern

Völkermord an den Armeniern

Was ab dem Jahr 1915 im Osmanischen Reich geschah

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Aus Freund wird Feind

Seit dem 14. Jahrhundert leben christliche Armenier friedlich im Osmanischen Reich. Mitte des 19. Jahrhunderts ändert sich die Stimmung, während des Ersten Weltkriegs kommt es zur Eskalation. Damals leben dort zwischen 2 und 2,5 Millionen Armenier.

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Vorwurf: Kollaboration

Vorwurf: Kollaboration

Im Kampf gegen das christliche Russland wirft die osmanische Regierung allen Armeniern vor, mit dem Feind zu paktieren – reines Kalkül.

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Es folgt ein systematischer Genozid

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Das Gedenken an die Ereignisse hat sich eingebrannt in das kollektive Gedächtnis der Armenier. Von Generation zu Generation geben die Bewohner der Südkaukasusrepublik die Erinnerung weiter. Für die rund drei Millionen Bewohner der Ex-Sowjetrepublik wie auch die geschätzt zehn Millionen Mitglieder der armenischen Diaspora ist klar: "Das war ein Völkermord."

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Viele Parlamente haben die Tragödie mittlerweile als "Völkermord" bezeichnet – wie die Armenier selbst. Ende Juni 2016 hat dies auch der Bundestag getan. Ankara aber wehrt sich bis heute gegen den Begriff.