Was als Feiertag in die Geschichte der amerikanischen Raumfahrt eingehen sollte, endete in einer Tragödie: Rund einen Monat vor dem ersten Flug der Apollo-1-Mission sollten drei Astronauten die Raumkapsel testen. Sie verbrannten. Die Männer starben, weil Ingenieure eine offensichtliche Schwachstelle übersehen hatten. Um das Rennen zum Mond zu gewinnen, war die Weltraumagentur Nasa nachlässig geworden.

Als Roger Chaffee, Virgil Grissom und Edward White am 27. Januar 1967 ihren Dienst antraten, herrschte auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gewisse Aufregung. Es galt, erstmals den Start der Apollo-Raumkapsel auf einer Saturn-Rakete zu simulieren. Ihr Flug ins All war für den 21. Februar angesetzt. Doch im Laufe des Tages hatte es immer wieder Probleme mit der Funkverbindung gegeben. Und in den Wochen und Monaten zuvor hatten Mitarbeiter mehrfach technische Mängel bemerkt.

In den ersten Minuten schien alles gut zu gehen. Chaffee, Grissom und White stiegen in die Kapsel und begannen wie geplant, die Checklisten abzuarbeiten. Dann der Notruf: "Wir haben ein Feuer im Cockpit." Um 18.31.03 Uhr setzte Chaffee ihn ab, neun Sekunden später begann die Temperatur in der Kabine stark zu steigen, dann fiel die Sauerstoffversorgung der Raumanzüge aus. Stille. Als es Helfern fünf Minuten später gelingt, die brennende Kapsel zu öffnen, sind Chaffee, Grissom und White längst tot. Die Todesursache: "Erstickung durch Rauchinhalation".

Mangelhafte Qualitätskontrollen, technische Unzulänglichkeiten, fehlende Notfallpläne

Den Gedanken an den Tod müsse man aus dem Gehirn verbannen, hatte Grissom noch kurz zuvor gesagt. "Es gibt immer die Möglichkeit eines katastrophalen Fehlers, natürlich, das kann auf jedem Flug passieren, auf dem letzten oder dem ersten." Sie hätten ihr Leben für das Land gegeben, sagte der damalige US-Präsident Lyndon Johnson. "Tragödie an Cape Canaveral" titelte die New York Times am Tag danach.

Wie umfangreiche Untersuchungen später zeigten, war die Ursache für das Feuer ein Versagen im elektrischen System. Dahinter steckte aber deutlich mehr: mangelhafte Qualitätskontrollen, technische Unzulänglichkeiten der Apollo-Kabine wie zu geringer Schutz gegen Feuer und zu umständliche Ausstiegsprozeduren, falsche Einschätzung der Gefährlichkeit des Versuches und fehlende Notfallpläne. Vieles davon war wohl dem Zeit- und Erfolgsdruck geschuldet, den sich die Nasa angesichts des Raumfahrtwettrennens mit der Sowjetunion selbst auferlegt hatte.