Die über 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra soll in der britischen Hauptstadt London ausgestellt werden. Bisher ist sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in Sachsen-Anhalt zu sehen. Das Landesmuseum bekommt im Gegenzug hochrangige Leihgaben aus dem British Museum.

Für ihre Kooperation wollen die beiden Museen einen Vertrag schließen, der am Montag in Magdeburg unterschrieben werden soll. Zwischen November 2020 und Mai 2021 soll es in Halle eine Sonderausstellung zu den Forschungsergebnissen der zurückliegenden 20 Jahre und neuen Funden geben. Im Anschluss soll die Schau mit teils anderen Schwerpunkten von Juni bis Oktober 2021 im British Museum in London gezeigt werden.

Die Himmelsscheibe von Nebra ist eine kreisförmige Platte aus Bronze. Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene rund um den Mond und gehört zu einem Bronzeschatz, der erst im Jahr 1999 gefunden wurde. Die Scheibe ist verziert mit Gold und gehört zur sogenannten Aunjetitzer Kultur aus der frühen Bronzezeit. Dargestellt sind auch religiöse Symbole. Forscherinnen und Forscher vermuten, dass die Himmelsscheibe lange für religiöse und spirituelle Zwecke verwendet wurde und möglicherweise bewusst vergraben worden ist. Seit Juni 2013 gehört die Himmelsscheibe von Nebra zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Deutschland.

Als das Artefakt 1999 gefunden wurde – Raubgräber entdeckten die Scheibe auf dem Mittelberg in der damaligen Gemeinde Ziegelroda nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt – gelangte sie krimiähnlich in die Schatzkammer des Landesmuseums in Halle. Hier war sie seit 2008 bisher in der Dauerausstellung zu sehen.