Sie sind Meister im Versteckspiel und können lange in den Körpern schlummern, die sie bereits heimgesucht haben. Krebszellen sind tückische Auslöser von Tumoren und können noch Jahre, nachdem alle medizinischen Maßnahmen beendet sind, wieder auftauchen.

Wer einmal an Krebs erkrankt ist, trägt eines stets mit sich – die Angst vor einem Rückfall. Krebsmediziner denken bei der Betreuung ihrer Patienten deshalb vor allem in Wahrscheinlichkeiten. Noch müssen sie sich dabei auf Blutbilder, Röntgenstrahlen, Ultraschall oder Computertomographien verlassen. Krebszellen lassen sich damit erst erkennen, wenn sie bereits zu Tumoren oder Metastasen gewachsen sind. Doch die Betreuung von Krebspatienten könnte sich bald schon dramatisch ändern.

"Seit mehreren Jahrzehnten wissen wir, dass Krebs eine Erkrankung der Gene ist, und dass Veränderungen im Erbgut Tumore fortschreiten lassen. Aber bis jetzt konnten wir diese Informationen kaum nutzen, um Patienten zu helfen", sagt Victor Velculescu. Dies könnte bald ein Ende haben. Zusammen mit seinem Kollegen Luis Diaz stellte der Mediziner die Ergebnisse seiner Studie auf dem Jahrestreffen der amerikanischen Wissenschaftsorganisation AAAS in San Diego vor. Die Arbeit erscheint in der kommenden Woche im Wissenschaftsmagazin Science Translational Medicine und verspricht Krebspatienten mehr als nur vage Hoffnungen.