"3 Tote in Deutschland. Schweinegrippe zurück!" titelt die Bild- Zeitung am Dienstag. Auch andere Medien berichten von den neuen Todesfällen. Die Meldungen klingen alarmierend. Ein dreijähriges Mädchen starb am 28. Dezember im Universitätskrankenhaus Göttingen nachweislich an dem Grippevirus vom Typ A/H1N1, Subtyp A/California/7/2009. Ein 51-jähriger Mann, der den Erreger ebenfalls in sich trug, hatte zu viele weitere Erkrankungen, um eindeutig sagen zu können, ob der Erreger die Ursache für seinen Tod war. Schon Anfang Dezember war nach Informationen des Robert-Koch-Instituts eine 20-jährige Deutsche an der Schweinegrippe gestorben.

Ist die hoch ansteckende Seuche wieder da? Ist Panik angebracht?

Oder doch alles ganz harmlos? Hatte sich die Schweinegrippe nicht ohnehin als ungefährlich erwiesen und die Impfung als unnötig?

Nein, nein und nochmals nein. Alles falsch.

Die Schweinegrippe war nie weg . Der Grippeerreger H1N1, der im Frühjahr 2009 erstmals im amerikanischen Raum bei Menschen nachgewiesen wurde, hat sich unter den herkömmlichen Influenza-Viren etabliert, die jährlich die saisonalen Epidemien auslösen. Auf der Südhalbkugel haben die Menschen den Winter bereits hinter sich – dort kam es zu einer herkömmlichen saisonalen Grippewelle – auch das Schweinegrippe-Virus war unter den Erregern. In Großbritannien waren allein in der letzten Woche des alten Jahres 268 Fälle von Schweinegrippe gemeldet worden – insgesamt starben dort Ende Dezember 39 Menschen an unterschiedlichen Grippeerregern.

Grund zur Panik besteht trotzdem nicht. Und der Erreger ist auch nicht gefährlicher als andere. Auch wenn nicht alle Todesfälle erfasst und nicht jede Grippeerkrankung gemeldet wurde: An A/H1N1 sind im Verhältnis nicht mehr Menschen gestorben als an anderen Grippeviren.

Mit der Grippewelle, die nun auch in Deutschland beginnt, war also zu rechnen. Damit, dass unter den Kranken auch solche mit Schweinegrippe sein werden, ebenfalls. Weil man dies wusste, wurde das Serum gegen A/H1N1 in den allgemeinen Grippe-Impfstoff integriert, der wie jedes Jahr an die aktuellen Erreger angepasst ist. In diesem Jahr sind das A/H3N2, verschiedene Typen von Influenza B und eben A/H1N1.