Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt Norddeutsche davor, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate zu essen. Die Ehec-Erkrankten in einer Studie hätten diese Gemüse deutlich häufiger gegessen als gesunde Vergleichspersonen, teilte das Institut mit.

Bisher wurden dem RKI etwa 140 Fälle von Ehec-Infektionen mit blutigem Durchfall und Nierenversagen gemeldet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind deutschlandweit mehr als 600 Verdachtsfälle registriert, von denen aber noch nicht alle bestätigt sind. Am Dienstag waren es noch etwa 460.

Wissenschaftler suchen nach der Quelle des Bakteriums, das sich seit Mitte Mai sprunghaft in Deutschland ausbreitet. Zur Herkunft gibt es bisher nur Vermutungen. Experten glauben, dass die Fahndung noch Wochen dauern könnte und womöglich gar kein Ergebnis liefern wird. 

Wie gefährlich ist der Erreger, der lebensgefährliche Darmerkrankungen auslösen kann? Was sie über Ehec wissen sollten. © Christian Charisius/​dpa/​lno

Das Bundesverbraucherschutzministerium lobte die Warnung des RKI vor dem Verzehr bestimmter Lebensmittel. Sie sei ein wichtiger erster Schritt, die Ursache für die schweren Erkrankungen durch Ehec-Bakterien einzugrenzen, sagte ein Sprecher von Ministerin Ilse Aigner (CSU). Verbraucher könnten das Risiko einer Infektion minimieren, wenn sie sich an die Verzehrempfehlungen halten.

Eine weitere Frau ist nach einer Ehec-Infektion gestorben: Die 89-Jährige erlag in Oldenburg (Schleswig-Holstein) den Folgen des Hus-Syndroms, teilte das Kieler Gesundheitsministerium mit. Damit sind zwei Todesfälle durch den Erreger offiziell bestätigt. Zuvor war eine 83 Jahre alte Frau aus Niedersachsen nachweislich an Ehec gestorben.

Bei zwei weiteren Frauen besteht zudem der Verdacht, dass Ehec die Todesursache ist: Eine 41 Jahre alte Frau aus dem Kreis Cuxhaven sei seit vergangenem Samstag stationär wegen einer besonders schweren Durchfallerkrankung behandelt worden, sagte der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Bei der Frau war das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) festgestellt worden, das zu Nierenversagen führen kann. Außerdem wird bei einer gestorbenen jungen Frau aus Bremen untersucht, ob Ehec die Todesursache war.

Dagegen war die Ehec-Infektion einer 80-jährigen Schleswig-Holsteinerin nicht wie zunächst vermutet die Ursache für den Tod. Dies sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Mittwoch in Kiel unter Berufung auf Angaben der Klinik in Bad Oldesloe.

Meldungen über bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle kommen mittlerweile aus 14 Bundesländern. Der Schwerpunkt liegt dabei weiterhin in Norddeutschland. Auch viele Infizierte aus anderen Bundesländern waren dort zu Besuch gewesen.