Die Zahl der Ehec-Neuerkrankungen ist gesunken: 199 Neuinfektionen gab es in den vergangenen zwei Tagen. "Man hat ein bisschen das Gefühl, dass es etwas abflaut, aber die Zahlen geben das noch nicht eindeutig her", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, der Nierenspezialist Reinhard Brunkhorst in Hamburg.

Er hoffe, dass sich dieser Trend bestätige. Allerdings hatte es auch zuvor schon Hinweise auf ein Abflauen der Welle gegeben, die Infektionen hatten dann aber wieder zugenommen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich bislang 1.733 Menschen mit dem Ehec-Erreger infiziert. Bislang starben in Deutschland 17 Patienten und eine Frau in Schweden. Nach Erkenntnissen der WHO ist der Erreger bisher in zwölf Ländern aufgetreten.

Infektionen gebe es außer in Deutschland auch in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden, der Schweiz, Großbritannien und den USA. Von den meisten Patienten ist bekannt, dass sie zuvor in Deutschland waren.

Bei den Therapien sieht Brunkhorst Erfolge: Es bestehe zudem der deutliche Eindruck, dass die eingeleiteten Therapien bei einzelnen Patienten wirkten. "Aber es ist nicht mehr als ein Eindruck, es ist nicht das Ergebnis einer klinischen Studie."

In Münster prüfen Forscher nun, ob der Keim mit Antibiotika bekämpft werden kann. Vorher muss allerdings geprüft werden, ob die isolierten Darmkeime besonders viel Gift ausschütten, wenn sie mit Antibiotika abgetötet werden.