Die Zahl der Ehec-Toten ist auf 29 gestiegen. Im Landkreis Harburg südlich von Hamburg starben ein 68-Jähriger und eine 20-Jährige. In einer Frankfurter Klinik erlag ein 57-Jähriger der Erkrankung – der erste Todesfall in Hessen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts stieg die Zahl der an dem HU-Syndrom erkrankten Patienten auf 722, außerdem seien 2.086 Infektionen mit Ehec bekannt. Gleichwohl gehen die Fachleute davon aus, dass sich die Lage leicht entspannt. Sowohl Niedersachsen als auch Hamburg meldeten, die Zahl der Neuerkrankungen bleibe rückläufig.

Bisher erkrankten die meisten Menschen im Norden Deutschlands, Hamburg war Zentrum der Infektionen. Im Süden Niedersachsens wurde nun ein weiterer Brennpunkt bekannt. Von etwa 70 Gästen einer Geburtstagsfeier im Landkreis Göttingen infizierten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover offenbar mehrere. Bei zweien wurde der Erreger nachgewiesen, ein Gast entwickelte das gefährliche HU-Syndrom. Drei weitere Gäste wurden mit Verdacht im Krankenhaus behandelt.

Die Behörden konzentrierten ihre Ermittlungen nun auf ein Catering-Unternehmen, das die Geburtstagsfeier beliefert hatte, teilte das Ministerium weiter mit.

Trotz des Rückgangs der Neuerkrankungen könne noch keine Entwarnung gegeben werden, hieß es von Gesundheitsbehörden. Auch bleibe die Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Salate bestehen. Fachleute hatten öffentlich vor dem Verzehr von Gemüse in Norddeutschland oder von Gurken aus Spanien gewarnt. Russland verhängte gar ein Einfuhrverbot für Gemüse aus Europa.

Weil die Verbraucher infolge dessen auf Obst, Gemüsekonserven und Tiefkühlkost ausweichen, vernichteten die Gemüsebauern große Teile ihrer Ernten. Millionenverluste sind die Folge.

Die EU hat den betroffenen Agrarbetrieben bisher 210 Millionen Euro Hilfe zugesichert. Die Bauern beziffern den europaweit entstandenen Schaden jedoch auf 500 bis 600 Millionen Euro. Spanien verlangte, die Hilfe weiter aufzustocken. Eine Kampagne soll zudem das Image spanischer Agrarprodukte wieder heben.

In Hamburg hatten sich übrigens schon 2009 Ehec-Infektionen gehäuft, ohne dass die Quelle gefunden wurde. Ein vierjähriger Junge starb damals nach schweren Komplikationen, drei weitere kleine Kinder und ein Baby erkrankten. Der Infektionsherd aber ließ sich nie klären. "Es wurde keine Ursache gefunden", sagte eine Sprecherin des Bezirksamts Hamburg-Altona jetzt.