Der gefährliche Ehec-Keim wurde von einer Catering-Mitarbeiterin in Hessen auf Lebensmittel übertragen. Die Ergebnisse von Labortests bestätigten bisherige Vermutungen in dem Fall, wie das hessische Sozial- und Verbraucherministerium in Wiesbaden mitteilten. Durch die Übertragung haben sich 20 weitere Menschen infiziert.

Auf welche Weise der Keim genau auf die Lebensmittel gelangte und ob es ein Hygieneproblem in dem Betrieb gibt, werde nun untersucht, sagte der Sprecher des Kreises Kassel, Harald Kühlborn.

Würden grundlegende Regeln wie Händewaschen nach dem Toilettengang eingehalten, könne es eigentlich nicht zu einer Übertragung des Keims kommen. Möglich sei aber, dass ein infizierter Gebrauchsgegenstand des Betriebs eine Rolle spielte, sagte Kühlborn.

Die Mitarbeiterin des Partyservices war den Testergebnissen zufolge mit dem lebensbedrohlichen Keim infiziert, als sie Speisen für eine Feier in Niedersachsen zubereitete. Sie hatte aber noch keine Symptome. Den Erkenntnissen zufolge übertrug sie den Keim auf mehrere Lebensmittel. Später erkrankte sie an der durch den Ehec-Erreger verursachten Komplikation Hus (hämolytisch-urämisches Syndrom). Nach der Feier erkrankten dann 20 von 65 Gästen. Bei Hus können unter anderem Nierenschäden und neurologische Störungen auftreten.

Unterdessen bleibt der wegen Ehec-Sprossen gesperrte Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel geschlossen. "Bevor wir ihn wieder freigeben, müssen alle Proben ausgewertet werden", sagte ein Sprecher des Agrarministeriums in Hannover. Dies werde "mindestens einige Tage bis einige Wochen" dauern. Noch ist unklar, wie der lebensbedrohliche Erreger auf die Sprossen des Biohofs gelangt ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät weiter vom Verzehr roher Sprossen ab, ebenso von selbstgezogenen rohen Sprossen und Keimlingen.

Bundesweit gehe die Zahl der Neuinfektionen seit einiger Zeit zurück, sagte eine Sprecherin des http://www.rki.de/www.rki.de/, obwohl am Donnerstag wieder ein 81-jähriger Mann an den Folgen der Infektion gestorben war. Seit dem Ausbruch des aggressiven Darmkeims sind in Deutschland mindestens 39 Menschen gestorben, mehr als zwei Drittel davon in den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Laut RKI sind seit Anfang Mai bundesweit bisher 2610 Ehec-Fälle bekannt und 798 mit dem schweren Hus-Verlauf.