Bei dem auf einem Salat in Bayern gefundenen Ehec-Erreger hat die Regierung Entwarnung gegeben. Es sei "äußerst unwahrscheinlich", dass es sich dabei um den derzeit vor allem in Norddeutschland grassierenden gefährlichen Erregertyp handele, sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder nach einem gemeinsamen Besuch mit Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (beide CSU) in einem Gartenbaubetrieb in Nürnberg. Die Untersuchung der betreffenden Proben sei aber noch nicht abgeschlossen.

Bei Analysen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren in einem Salat des Typs Lollo Rosso von einem Gemüseerzeuger in Fürth Ehec-Keime gefunden worden. Mit einem abschließenden Ergebnis ist laut Landesamt erst Ende der Woche zu rechnen. Der betroffene Betrieb und alle Waren des Erzeugers wurden vorläufig gesperrt. Zweifelsfrei nachgewiesen wurde der aggressive Ehec-Erreger vom Typ O104 bislang auf Sprossen in Norddeutschland.

Zum ersten ersten Mal ist in Deutschland nun auch ein Kind an einer Ehec-Infektion gestorben. Ein zweijähriger Junge aus Celle in Niedersachsen starb am Dienstag an den Folgen des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), sagte ein Sprecher des Landkreises. Bislang war das jüngste registrierte Opfer in Deutschland 20 Jahre alt. Damit sind bisher bundesweit 36 Menschen an einer Ehec-Infektion gestorben, 3.200 Menschen sind daran erkrankt.

Wie der Amtsarzt Carsten Bauer der Celleschen Zeitung bestätigte, starb das Kleinkind am frühen Morgen infolge von Nierenversagen und einer Auflösung von roten Blutkörperchen. In der Familie seien zudem der zehnjährige Bruder und der Vater an Ehec erkrankt. Diese sind inzwischen aber nach Angaben des Arztes bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Wie sich die Familie angesteckt hat, war zunächst unklar.

Die Ehec-Epidemie hat bundesweit zu großen Umsatzeinbrüchen bei den Gemüsebauern geführt. Betroffen sind nicht nur Erzeuger in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Aigner sicherte den Landwirten erneut Hilfe zu. Man werde die Bauern "nicht im Regen stehen lassen", sagte sie nach dem Besuch des Gartenbaubetriebes in Bayern.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, den Bauern mit insgesamt 210 Millionen Euro zu helfen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Bauern in Deutschland zudem zinsverbilligte Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank erhalten.