Im Zuge der Ehec-Krise verbietet die Europäische Union vorübergehend die Einfuhr bestimmter Samen und Bohnen zur Sprossenzucht aus Ägypten. Außerdem müssen alle Bockshornkleesamen, die zwischen 2009 und 2011 von einem bestimmten ägyptischen Exporteur in die EU geliefert worden sind, europaweit sofort vom Markt genommen und vernichtet werden, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Bevor die Samen allerdings zerstört werden, sollen von ihnen Proben genommen werden. Das sofortige Einfuhrverbot gilt bis Ende Oktober. Neben Bockshornkleesamen sind unter anderen auch Sojabohnen und Ölsamen betroffen.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa hatte zuvor Bockshornkleesamen aus Ägypten als Ursache für die Ehec-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich ausgemacht. Der Ursprung der Erkrankungen gilt als aufgeklärt. Nach wie vor ist unklar, wann das Saatgut mit Fäkalien von Menschen oder Tieren verunreinigt wurde. Möglicherweise war es schon bei seiner Ankunft in Europa kontaminiert.

Laut EU-Kommission importiert die EU hauptsächlich Samen aus Indien und China. 2010 führte die EU 49.000 Tonnen der nun vom Importstopp betroffenen Samen ein.

Deutschland war mit mindestens 48 Todesfällen am stärksten vom Ausbruch der Durchfallerkrankung betroffen. Verseuchte Sprossen waren Mitte Juni auf einem Hof in Niedersachsen nachgewiesen worden. Auch in Frankreich brach die Infektion nach dem Verzehr von Sprossen aus. In der gesamten EU erkrankten fast 4.200 Menschen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfehlen weiterhin, Sprossen nicht roh zu verzehren. Verbraucher sollten noch vorhandene Sprossensamen und Samenmischungen in den Müll werfen.