Nach einem Ausbruch der Geflügelpest Ende Mai in Nordrhein-Westfalen ist nun auch in Niedersachsen ein Legehennenbestand von dem Virus betroffen. Mindestens rund 190 Tiere im Landkreis Aurich seien mit dem gering krankheitserregenden Keim infiziert. Das bestätigte das bundesweit für Tiergesundheit zuständige Friedrich-Loeffler-Institut.

Ein Sprecher des Landkreises sagte, die Hennen von einem Hof im Auricher Ortsteil Sandhorst seien bereits getötet worden. Für Menschen bestehe keine Gefahr. Die Erkrankung beschränkt sich auf das Geflügel. Im Umkreis von 1.000 Metern um den Betrieb wurde eine Sperrzone eingerichtet. Dort gibt es den Angaben zufolge noch vier andere Geflügelbestände, die ebenfalls gesperrt wurden. Der Verkauf der Tiere in den betroffenen Beständen wurde eingestellt. Seit Ende Mai entdeckten Behörden das Virus auch in einzelnen Betrieben in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. Offenbar wurde der Erreger durch Lieferungen des Betriebes in NRW verbreitet.

Der betroffene niedersächsische Landwirt hatte sein erkranktes Geflügel auch in Nordrhein-Westfalen gekauft, teilte das zuständige Landwirtschaftsministerium in mit. Die für den Menschen harmlose Form der Vogelgrippe war zuletzt 2009 in Niedersachsen aufgetaucht. Das aviäre Influenza-A-Virus ist vom Typ H7N7 und gilt als niedrig pathogen. Weltweit grassierte vor einigen Jahren dagegen der gefährliche Virentyp H5N1, von dem 2006 auch Deutschland betroffen war. Dieser Erreger konnte in Einzelfällen auch auf den Menschen übergehen. Wer sich ansteckte, erkrankte mitunter sehr schwer.

Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO litten seit 2003 weltweit bislang 563 Menschen an der Vogelgrippe, 329 starben an den Folgen der Infektion. In Deutschland hat sich nie ein Mensch mit H5N1 angesteckt. Der Erreger wird meist bei engem Kontakt mit Geflügel vom Tier auf den Menschen übertragen. Die meisten Krankheitsfälle verzeichneten in den vergangenen Jahren Indonesien, Vietnam und Ägypten.