Wissenschaftler haben vor einem Salmonellen-Keim gewarnt, der gegen Antibiotika resistent ist. Sie fordern die Gesundheitsbehörden weltweit dazu auf, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Der Erreger Salmonella kentucky sei in den vergangenen zehn Jahren in Teilen Europas, Afrikas und des Nahen Ostens aufgetreten, berichten die Forscher in ihrer Studie, die sie im Fachjournal Journal of Infectious Diseases veröffentlicht haben. In Frankreich, Großbritannien und Dänemark infizierten sich demnach in den Jahren 2000 bis 2008 knapp 500 Menschen.

2002 seien drei Fälle registriert worden, 2008 waren es bereits 174. Der Erreger stammte ursprünglich aus Ostafrika, von wo er sich ausbreitete, sagen die Mediziner des renommierten Pariser Pasteur-Instituts. Etwa zehn Prozent der europäischen Patienten, die die Forscher untersucht haben, habe keine Reisen unternommen, was auf eine Ansteckung innerhalb Europas schließen lässt. Die meisten Infektionen würden jedoch durch importierte Lebensmittel verursacht, die verseucht sind.

Salmonellen-Infektionen sind ein weltweites Gesundheitsproblem. Allein in Nordamerika wird die Zahl der Infektionen auf 1,7 Millionen pro Jahr geschätzt. Zwischen 1999 und 2008 wurden mehr als 1,6 Millionen Fälle in 27 europäischen Ländern gemeldet. Die Ansteckung geschieht häufig dann, wenn Menschen unzureichend gegartes Fleisch oder rohe Eier gegessen haben. Die Symptome, unter denen die Infizierten leiden, sind Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfe. Bei älteren Menschen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Mediziner behandeln Patienten mit einer schlimmen Salmonellen-Infektion mit Antibiotika aus der Klasse der Fluoroquinolone. Das bekannteste Mittel ist das Breitband-Antibiotikum Ciprofloxacin – S. kentucky ist jedoch dagegen resistent, berichten die Forscher. Allein in Frankreich hätten sich die Fälle von Medikamentenresistenz binnen einer Dekade verzehnfacht.