Verbraucher können sich künftig nicht mehr nur über Glassplitter im Bierschinken oder Salmonellen in Salaten informieren, sondern auch über Bakterien in Cremes und gefährliches Kinderspielzeug. Ein Jahr nach dem Start eines Internetportals zur Lebensmittelsicherheit soll das Angebot um Warnungen zu Produkten des täglichen Bedarfs erweitert werden.

Damit wird bald nicht mehr nur vor Lebensmitteln mit Krankheitserregern, ekelerregenden oder gefährlichen Inhaltsstoffen gewarnt, sondern auch vor Geschirr, Spielzeug, Kleidung, Reinigungsmitteln oder Kosmetika, von denen eine Gefahr für die Gesundheit ausgehe, teilte das Bundesverbraucherministerium mit.

Das Ministerium sprach von einem großen Erfolg des Portals . Binnen eines Jahres sei die Seite mehr als drei Millionen Mal aufgerufen worden. Diese große Resonanz sei für die Betreiber des Portals – die Bundesländer und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) – Grund genug, das Angebot für die Verbraucher zu erweitern.

Foodwatch fordert Informationszwang

Auf lebensmittelwarnung.de veröffentlichen die zuständigen Behörden aller Bundesländer ihre Hinweise. Die Nahrungsmittel, vor denen gewarnt wird, sind bereits im Handel, und ihr Verzehr kann krank machen. Die Warnungen stammen von den Herstellern selbst. Wenn die Produkte aus dem Ausland vertrieben werden, zum Beispiel über das Internet, und kein Hersteller oder Vertreiber in Deutschland existiert, übernimmt das BVL die Warnung.

Der Verbraucherorganisation Foodwatch geht das Angebot allerdings nicht weit genug. Eine zentrale Internetseite nütze wenig, "wenn nur ein Bruchteil der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen veröffentlicht werden", teilte die Organisation mit. Selbst bei ekelerregenden Gammelfleisch-Fällen oder bei Hygieneverstößen müssten Verbraucher nach wie vor nicht zwingend informiert werden. "Von echter Transparenz in der Lebensmittelüberwachung sind wir noch weit entfernt", sagte Anne Markwardt von Foodwatch.