Die weltweiten Todesfälle unter Aids-erkrankten Heranwachsenden haben sich seit 2001 fast verdreifacht. Starben damals noch 38.000 junge Menschen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren an den Folgen einer HIV-Infektion, waren es 2012 bereits 107.000. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer HIV-Erkrankung zwischen 2005 und 2012 um 30 Prozent zurückgegangen.

Auch die Zahl der Infektionen mit dem HI-Virus unter den Jugendlichen stieg. Etwa 2,1 Millionen junge Menschen in dieser Altersgruppe seien Ende 2012 HIV-positiv gewesen, teilte die WHO mit. Im Jahr 2001 waren 1,5 Millionen Heranwachsende infiziert.

Die Gesamtzahl der Menschen, die mit HIV leben, stieg im Verhältnis weniger stark als die der Jugendlichen. Nach Schätzung des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) lebten Ende 2012 insgesamt rund 35 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion. 2001 waren knapp 29 Millionen Menschen betroffen.

Die WHO forderte die Regierungen auf, Heranwachsende besser über HIV-Infektionen und Aids aufzuklären. In vielen Ländern gelte noch die Regel, dass Jugendliche nur mit Erlaubnis ihrer Eltern einem HIV-Test machen dürfen – diese Regel müsse abgeschafft werden.

Erwachsene lassen sich demnach öfter auf eine HIV-Infektion testen als Heranwachsende, in vielen Regionen wüssten die meisten Jugendlichen nicht, ob sie infiziert seien. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara kennt laut WHO nur einer von zehn jungen Männern seinen HIV-Status. Von den jungen Frauen wüssten nur 15 Prozent, ob sie HIV-positiv oder -negativ seien.