Als Erste trifft der Smog Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, wie Asthma oder Bronchitis. Wer gesund ist, für den bedeutet das Atmen im Smog zunächst ein bisschen Unwohlsein wie Kopfschmerzen und leichte Übelkeit.

Schlimmer wird es mit zunehmender Smogkonzentration – und mit länger anhaltender Belastung. "Die Reaktionen bleiben nicht auf die Lunge beschränkt, Feinstaub hat vermehrt Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Wir verzeichnen in solchen Situationen ein höheres Auftreten von Herzinfarkten", sagt Peters. Bestimmte Rezeptoren an den oberen Atemwegen schlagen auf die Stoffe in der Luft an und werden gereizt. Die Atmung und damit der Herzschlag ändern sich. "Dadurch kann das gesamte autonome Nervensystem aus seiner Balance gebracht werden", sagt Peters.

Der Körper reagiert schnell auf giftige Luft, die ersten Symptome wie Reizhusten und Unwohlsein zeigen sich bereits nach 15 Minuten. "Die Entzündungsreaktionen treten meist nach ein bis zwei Tagen, aber auch mit bis zu sechs Wochen Verzögerung auf", sagt Peters. Gravierend ist in Gebieten wie dem Großraum Peking die Dauerreizung der Lunge. Jede Chance, einmal rauszukommen aufs Land und unbelastete Luft zu atmen, sollten die Chinesen nutzen, meint die Forscherin. Für ihre Atemwege sei das zumindest eine kleine Erholung. 

Atemmasken sind kein echter Schutz

Die Atemmasken, die in vielen Geschäften angeboten werden, schützen nur scheinbar vor den schädlichen Gasen und Partikeln: "Da kommt noch viel zu viel durch, besser wären professionelle chirurgische Atemmasken, doch die sind natürlich um einiges teurer", sagt Peters, die in starken Smogsituationen dringend von körperlichen Anstrengungen abrät. Dabei atmet man automatisch mehr ein und nimmt so mehr Schadstoffe auf. 

Einen gewissen Schutz biete auch eine vitaminreiche Ernährung. "In Mexico City hat man Kindern morgens regelmäßig ein Glas Orangensaft gegeben und festgestellt: Die Kinder, die den Saft getrunken haben, konnten die negativen Auswirkungen des Feinstaubs besser abpuffern als die, die keinen getrunken hatten", sagt Peters.

Ansonsten bleibt allen, die im Smog festsitzen, nur eines: abwarten. Zum einen auf besseres Wetter. "Eine solche Wetterlage hält meist drei bis fünf, manchmal auch bis zu sieben oder acht Tage lang an", sagt Stephan Weber von der TU Braunschweig. "Sie löst sich dann auf, wenn sich die großräumige Zirkulation ändert und zum Beispiel ein Tiefdruckgebiet mit schnellem Wind kommt."

Zum anderen müssen die Regierungen in den betroffenen Ländern handeln und schleunigst eine Umweltschutzplanung in Angriff nehmen. Denn solange Industrie und Fahrzeuge weiter ungehindert alles in die Luft abgeben dürfen, solange wird es den Smog geben.