Die Organisation Ärzte ohne Grenzen warnt vor einer Ebola-Epidemie in "bislang unbekanntem Ausmaß". Nach dem Ausbruch der Krankheit im westafrikanischen Guinea stieg die Zahl der Toten auf 78. Dies teilte das Gesundheitsministerium mit. Inzwischen bestätigten sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auch im Nachbarland Liberia zwei Ansteckungen mit dem Ebola-Virus.

Noch nie sei Ebola derart weit verbreitet gewesen, sagte der Koordinator von Ärzte ohne Grenzen, Mariano Lugli. Seine Organisation sei bei fast allen Ebola-Ausbrüchen der vergangenen Jahre vor Ort gewesen. Jene hätten sich im Gegensatz zum aktuellen Ausbruch jedoch auf wenige und zudem meist abgeschiedene Gebiete konzentriert. Dass das Virus dieses Mal weiter verbreitet sei und auch in großen Städten wie Guineas Hauptstadt Conakry auftrete, mache es so schwierig, das Virus einzudämmen.

Der Senegal hatte bereits am Samstag seine Landgrenzen zu Guinea geschlossen, aus Angst, dass sich das Virus ausbreiten könnte. Ebola ist für den Einzelnen eine der gefährlichsten Krankheiten weltweit. Bisher gibt es weder eine Impfung noch eine Therapie. Nach Angaben der Regierung von Guinea handelt es sich um einen besonders aggressiven Virusstamm. Sehr ansteckend ist Ebola allerdings nicht.

Das Ebola-Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden unter anderem an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall und – in heftigen Fällen – an inneren Blutungen und Organversagen. In 25 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Seuche tödlich, die Sterblichkeit ist dabei abhängig vom Erregerstrang.