In den USA ist ein kleines Mädchen, das mit dem Aids-Virus HIV geboren und sofort behandelt wurde, seit elf Monaten ohne jede Virus-Spur. Den Fall haben die behandelnden Ärzte aus Los Angeles nun auf einer Konferenz vorgestellt. Allerdings wollten sie dabei ausdrücklich noch nicht von einer Heilung sprechen.  

Ähnliches war Ärzten bereits im Falle eines Kindes aus Mississippi gelungen. Das inzwischen dreijährige Mädchen war ebenfalls sofort nach der Geburt behandelt worden und nimmt seit 21 Monaten keine Medikamente zur Unterdrückung der HIV-Infektion mehr. Zwar war der Erreger nicht vollständig aus dem Körper des Kindes verschwunden, aber die Menge der Viren war derart gering, dass das Immunsystem sie künftig ohne medikamentöse Unterstützung kontrollieren könne.

Eine HIV-Infizierte hatte das Baby zur Welt gebracht, das nun in Los Angeles behandelt wurde. Es hatte sich im Mutterleib angesteckt. Vier Stunden nach der Geburt begannen die Ärzte mit einer antiretroviralen Therapie. Innerhalb von sechs Tagen seien alle HI-Viren zerstört gewesen. Dem kleinen Mädchen, das bei Pflegeeltern lebt, gehe es gut. Es bekommt derzeit noch Medikamente. Wenn es zwei Jahre alt ist, wollen die Ärzte über ein Ende der Behandlung entscheiden.

Eine Infektion im Mutterleib ist vermeidbar

Obwohl eine antiretrovirale Therapie während der Schwangerschaft die Infektion von Föten in 98 Prozent der Fälle verhindert, kommen jährlich immer noch mehr als 260.000 Kinder zur Welt, die im Mutterleib mit HIV infiziert wurden. Besonders häufig sind die Fälle in Entwicklungsländern.

Die bisher einzige anerkannte Heilung eines HIV-Patienten ist der Fall des US-Bürgers Timothy Brown, bei dem in den neunziger Jahren in Berlin Aids diagnostiziert worden war. Der als "Berliner Patient" bekannt gewordenen Brown wurde nahezu virenfrei, nachdem ihm Spender-Knochenmark transplantiert worden war, das eine seltene genetische Veränderung aufwies. Diese Therapie kann aber nicht massenhaft bei den 33 Millionen HIV-Infizierten weltweit angewendet werden. Und bis heute zweifeln einige Wissenschaftler an einer echten Heilung Browns.