Elektrische Zigaretten und elektrische Wasserpfeifen sollen nach dem Willen von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) für Minderjährige verboten werden. "E-Zigaretten und E-Shishas haben in Kinder- und Jugendhänden nichts zu suchen", sagte er der Rheinischen Post. "Die Verdampfer sind keine harmlosen Naschereien – auch wenn sie nach Schokolade, Bubble Gum oder Melone schmecken."

Die elektronische Zigarette ist ein enormer Wachstumsmarkt. Auch in Deutschland wächst das Geschäft rasant. Dem Verband des eZigarettenhandels (VdeH) zufolge hat sich der Umsatz in den vergangenen vier Jahren mehr als verzwanzigfacht.

Um ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche zu erreichen, will Schmidt das Jugendschutzgesetz angleichen und bei der Umsetzung der europäischen Tabakproduktrichtlinie Verschärfungen erwirken. Er wolle verhindern, dass derartige Produkte den Einstieg in eine Raucherkarriere fördern. Die süßen Aromastoffe verschleiern die potenziellen Gefahren", sagte Schmidt. Insofern gebe es Parallelen zu sogenannten Alkopops, bei denen der süße Geschmack Hochprozentiges verdecke. Auch nikotinfreie E-Shishas seien gesundheitlich nicht unbedenklich.

Bereits Ende Mai sprach sich der Deutsche Ärztetag dafür aus, den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige zu verbieten. Es gebe zunehmend Hinweise darauf, dass E-Zigaretten nicht unbedingt anstelle tabakhaltiger Zigaretten konsumiert würden, sondern zusätzlich. Damit werde das Suchtverhalten stabilisiert, was besonders bei Jugendlichen nicht ungefährlich sei. Forscher warnen auch, die Langzeitfolgen des Konsums von E-Zigaretten seien noch unbekannt.