Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass das Ausmaß der Ebola-Epidemie in Westafrika größer ist als bisher angenommen. Mitarbeiter hätten in den betroffenen Gebieten Hinweise dafür gefunden, dass das wahre Ausmaß deutlich über den bislang bekannten Zahlen zu Krankheitsfällen und Opfern liege, teilte die WHO mit. Sie hat bislang 1.975 Fälle in den vier von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria erfasst, 1.069 Menschen starben an den Folgen des Virus.

Die USA forderten Angehörige von Mitarbeitern der US-Botschaft in Sierra Leone auf, das Land zu verlassen. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, da es seit dem Ausbruch an medizinischer Versorgung mangele, teilte das US-Außenministerium mit. Präsident Barack Obama telefonierte mit dem Präsidenten Sierra Leones, Ernest Bai Koroma, und mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. In den Gesprächen habe er die Unterstützung der USA zugesagt.  

Die internationale Hilfe soll nun weiter verstärkt werden. Zudem suchen Hilfsorganisationen Möglichkeiten, die Menschen in den Krisengebieten besser mit Lebensmitteln zu versorgen. So könnten etwa die Hunger leidenden Bevölkerungen in Teilen Liberias und Sierra Leones mit Lebensmitteln aus der Luft versorgt werden. Diese Länder sind aus Angst vor einer Ausbreitung der Seuche weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Am schwersten betroffen von der Ebola-Epidemie sind Guinea, Sierra Leone und Liberia, vier Todesfälle gibt es inzwischen auch im bevölkerungsreichsten afrikanischen Land Nigeria. Die WHO hat wegen der Viruserkrankung den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und sich für den Einsatz kaum erprobter Wirkstoffe zu ihrer Bekämpfung ausgesprochen.