Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in einem neuen Report, den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige zu verbieten. Zudem legt sie Schwangeren nahe, freiwillig darauf zu verzichten. 

Die gesundheitlichen Folgen der Inhalation von aromatisierten Tabakersatzstoffen mithilfe elektrischer Glimmstängel seien zu wenig erforscht und potenziell gefährlich für ungeborene Kinder sowie für Heranwachsende, warnt die UN-Organisation. Der Konsum könne eine ernsthafte Gefahr darstellen.  

Zudem fordert die WHO, E-Zigaretten ebenso wie herkömmliche Tabakwaren in öffentlichen Räumlichkeiten ganz zu verbieten. Die Wirkung des von E-Zigaretten-Rauchern ausgestoßenen Dampfes der batteriebetriebenen Geräte auf Umstehende – ob mit oder ohne Nikotin – sei bislang nicht genügend abgeklärt.

Neue Profitquelle der Tabakindustrie

Zwar seien E-Zigaretten wohl weniger gesundheitsschädigend als die bislang verbreiteten Tabakprodukte, aber auch von den elektrischen Verdampfern könnten Gefahren ausgehen, unter anderem durch schädliche Geschmacks- oder andere Zusatzstoffe. Sie bestünden nicht lediglich aus Wasserdampf, wie ihre Produzenten häufig behaupten würden.   

Das Argument, E-Zigaretten würden Rauchern den Ausstieg aus der Sucht erleichtern, sei bisher nicht belegbar. Einige WHO-Experten vermuten, die Tabakindustrie wolle sich neue Profitquellen erschließen. Seitdem ein chinesischer Hersteller die ersten E-Zigaretten im Jahr 2005 lancierte, sei das Geschäft damit auf einen Weltumsatz von rund drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) mit mehr als 460 verschiedenen Marken und Tausenden Aromen angewachsen, sagte die WHO.     

In Deutschland haben sich bereits die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler und Bundesernährungsminister Christian Schmidt (beide CSU) dafür ausgesprochen, E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche zu verbieten. Mortler kritisierte, die Tabakbranche nutze E-Zigaretten auch als eine Einstiegshilfe zum Rauchen.