Deutschland und Frankreich haben sich auf die Einrichtung einer gemeinsamen Luftbrücke zur Versorgung der von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika verständigt. Dazu soll in Senegals Hauptstadt Dakar ein Stützpunkt eingerichtet werden, von dem aus die Länder angeflogen werden können. Die Bundeswehr wird nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium für den Betrieb bis zu 100 Soldaten und vier Transall-Flugzeuge dorthin schicken.

"Ziel ist es, eine Logistik-Kette von Deutschland aus aufzubauen", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Demnach sollen über Dakar regelmäßig zwei Transall-Maschinen in die besonders stark von Ebola betroffenen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone fliegen. Pro Woche könnten so rund 100 Tonnen an Gütern transportiert werden. Zudem könnten über den Stützpunkt auch Hilfsgüter aus europäischen Ländern eingeflogen werden, die keine eigenen Transportkapazitäten haben.

Der Aufbau der Drehscheibe vor Ort könnte laut Verteidigungsministerium bis zu zwei Wochen dauern. Erste Direktflüge könnten aber bereits innerhalb der nächsten 48 Stunden starten, sagte der Sprecher des Ministeriums. Über die Luftbrücke hinaus soll die Finanzhilfe aus Deutschland um mehr als 15 Millionen Euro aufgestockt werden. Die Bundesregierung hatte bislang etwa 17 Millionen Euro für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit sieben deutsche Laborexperten vom Robert Koch-Institut und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in den besonders betroffenen Staaten Liberia und Guinea.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte mit Blick auf die Luftbrücke, der Kampf gegen Ebola sei derzeit keine Frage des Geldes, "sondern der Kapazitäten und Logistik".  Die Entwicklungen in der Ebola-Region hätten einen "dramatischen Verlauf" genommen.

Zuvor hatte Bundespräsident Gauck sich für ein stärkeres Engagement Deutschlands im Kampf gegen Ebola ausgesprochen. Deutschland müsse "alles Menschenmögliche tun, den armen Menschen, die ohne unsere Hilfe verloren wären, beizustehen", sagte Gauck. Dabei berief er sich auch auf die Einschätzung des UN-Sicherheitsrates, wonach die Epidemie eine "Gefahr für den Weltfrieden" ist.