Der Ebola-Patient in den USA schwebt weiter in Lebensgefahr. Sein Zustand habe sich nicht verbessert, teilte das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas am Sonntag mit. Der Mann werde derzeit nicht mit experimentellen Medikamenten wie ZMapp behandelt, sagte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Thomas Frieden, bei einer Pressekonferenz. "Es gibt davon nur sehr wenig auf der Welt und soweit ich das richtig verstehe, ist das alles aufgebraucht. Es dauert sehr lange, mehr davon herzustellen, also wird es noch eine ganze Weile lang nicht vorhanden sein."

Seine Behörde bekomme derzeit rund 800 Anrufe und E-Mails zum Thema Ebola pro Tag, sagte Frieden. Vor der Ebola-Diagnose des Patienten in Dallas seien es etwa 50 pro Tag gewesen.

Unterdessen ist ein im Zusammenhang mit dem Infizierten gesuchter Obdachloser aufgetaucht. Die Behörden hatten die Suche nach ihm eingeleitet. Der Mann gehört zu der Gruppe, die Kontakt zu dem Erkrankten gehabt haben könnten. Er soll nun täglich auf Symptome kontrolliert werden.    

Der Obdachlose stelle ein niedriges Risiko dar, sagte Bezirksrichter Clay Jenkins. Er gehöre nicht zu den zehn Personen, die nachweislich direkten Kontakt zu dem Patienten hatten. Dennoch solle er von medizinischem Personal weiter beobachtet werden und die Temperatur gemessen bekommen. Fieber gehört zu den Symptomen der Krankheit, die sich unter anderem über Speichel überträgt.

Epidemie in Sierre Leone breitet sich aus

Unterdessen gerät die Epidemie in Sierra Leone immer stärker außer Kontrolle. Der offiziellen Statistik der Gesundheitsbehörden zufolge starben allein im Laufe des Samstags in dem Land 121 Menschen an Ebola, so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Epidemie. Zugleich seien 81 neue Fälle bekannt geworden, berichtete die Behörde am Sonntag. Damit stieg die Zahl der Ebola-Toten in dem westafrikanischen Land auf 678 an. Helfer gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Im gesamten Westafrika geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile von rund 3500 Toten aus. Insgesamt waren bis Freitag 7.492 Krankheitsfälle gemeldet. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone.