In China werden vom 1. Januar 2015 an keine Organe von hingerichteten Gefangenen mehr transplantiert. Das teilten staatliche Medien mit und beriefen sich dabei auf den Leiter des Transplantationssystems, Huang Jiefu. Zuvor war international kritisiert worden, dass die Praxis gegen die Menschenrechte verstößt. Immer wieder gab es auch Vorwürfe, dass China gezielt Menschen hinrichtet, um an Organe zu kommen.

Die chinesische Führung hatte dies stets bestritten und gleichzeitig schon öfter versprochen, auf die Organe hingerichteter Häftlinge verzichten zu wollen. Im November 2012 hatte Huang ein Ende der umstrittenen Praxis binnen zwei Jahren angekündigt. Ein genaues Datum hatte es bis zuletzt aber nicht gegeben. 

Die Bereitschaft in China, Organe zu spenden, ist im internationalen Vergleich gering. Das hat seine Ursprünge zum einen in kulturellen Belangen, liegt zum anderen aber auch an einer rechtlichen Regelung, wonach Familienmitglieder von Spendenwilligen zustimmen müssen, bevor Organe weitergegeben werden dürfen.  

Geringe Spendenbereitschaft in China

Die Tageszeitung The Metropolitan Daily zitierte aus einem Schreiben Huangs, wonach die Spendenquote in China bei gerade einmal 0,6 pro eine Million Einwohnern liegt. In Spanien liegt diese Rate beispielsweise bei 37. In Deutschland lag sie im Jahr 2013 laut dem Statistikportal Statista bei 10,9. Nach Angaben von Huang brauchen jedes Jahr rund 300.000 Patienten dringend eine Transplantation, letztendlich werden jedoch nur 10.000 Transplantationen ausgeführt.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der US-Menschenrechtsorganisation Dui Hua in China rund 2.400 Menschen hingerichtet. Die Zahl der Hinrichtungen geht allerdings seit Jahren zurück. 2002 wurden den Angaben zufolge noch 12.000 Häftlinge exekutiert.