Zu viel Sonne erhöht das Hautkrebsrisiko und lässt uns schnell alt aussehen. Zu wenig Licht ist auch nicht gut: Denn Vitamin-D-Mangel kann niedergeschlagen und müde machen. Vitamin D ist wichtig für die Gesundheit der Knochen und soll zudem vor einigen chronischen Krankheiten schützen. 

Dass Frauen mit einer höheren Vitamin-D-Menge im Blut ein um 67 Prozent geringeres Krebsrisiko haben als diejenigen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel, zeigt eine Studie, die jetzt im Onlinewissenschaftsmagazin Plos One (McDonnell et al., 2016) erschienen ist. Dafür wurden zwei frühere Untersuchungen zusammengefasst, an denen zusammen 2.300 Frauen teilnahmen. Die Beobachtungszeit betrug knapp vier Jahre.

Das Ergebnis: Frauen, die mehr als 40 Nanogramm Vitamin D pro Milliliter Blutserum (ng/ml) aufwiesen, hatten ein "substanziell geringeres Risiko", an Krebs zu erkranken, heißt es in der Studie. Cedric Garland von der Universität Kalifornien in San Diego, einer der Autoren, sieht sich bestätigt. Um Krebs "im Keim zu ersticken", rät er Mädchen vom neunten Lebensjahr an, täglich 4.000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D zu schlucken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt dagegen, allenfalls 800 IE am Tag zu sich zu nehmen.

Andere Wissenschaftler sind skeptisch. Die Zahl der Krebsfälle in der Studie sei zu gering und die Beobachtungszeit zu kurz, um eindeutige Schlüsse zu ziehen, bemängelte Harvey Risch von der Universität Yale. "Der Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und dem Blutspiegel von Vitamin D ist noch nicht gesichert", sagte Risch dem amerikanischen Internetdienst Medscape.