Zwei Stücke Kuchen zu viel und schon wachsen die Hüftpolster. Viele kennen das Problem, während andere essen können, was sie wollen und einfach nicht zunehmen. Ist doch ungerecht. Warum können wir nicht alle jedes Essen genießen und dabei schön schlank bleiben?

Aus heutiger Sicht mag das für uns erstrebenswert sein. Früher war das anders – und in einigen Teilen der Welt ist es immer noch wichtig, dass Menschen Fett ansetzen. Denn dort, wo ein ständiger Zugang zu Nahrungsmitteln nicht selbstverständlich ist, ist es sinnvoll, Energiereserven anzulegen. Das Problem bei uns: Wir bauen die Fettpolster nicht mehr ab, weil wir gar nicht erst in Hungerzeiten geraten.

Wie stark wir zunehmen, hängt zur Hälfte von unseren Genen ab, sagt Andreas Pfeiffer. "Die Genetik wäre allerdings kein Problem, wenn unsere Umweltbedingungen anders wären." Pfeiffer ist Ernährungsmediziner an der Charité und leitet die Abteilung für klinische Ernährung am deutschen Institut für Ernährungsforschung. Er beschäftigt sich schon lange mit den Mechanismen des Übergewichtes.

Ein entscheidender Punkt: Sobald wir Fett verbrennen, meldet der Körper Hunger. Er will den Energiebedarf lieber von außen decken, statt die Reserven anzugreifen. "Deshalb muss man etwas Hunger in Kauf nehmen, wenn man abnehmen will", sagt Pfeiffer. Da das nicht gerade angenehm ist, ziehen viele Menschen Diäten nicht durch.

"Die einzige Diät, die Sinn macht, ist eine, die sich auch ein Leben lang durchhalten lässt", sagt Pfeiffer. Das kann zunächst eine Ernährungsweise sein, die weniger Kalorien enthält, als der Körper verbraucht und später eine, die dafür sorgt, dass man nicht zunimmt. Damit das klappt, empfiehlt Pfeiffer vor allem eines: "Die Diät muss gut schmecken und alltagstauglich sein." Bei der Umsetzung kann ein guter Ernährungsberater helfen – und vielleicht inspiriert Sie ja auch unsere Kartengeschichte.